Zum 60. Geburtstag: Maria Furtwängler über neuen Tatort im Demenzdorf und ihren Vater (†2012)
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Maria Furtwängler vor einer blauen Fotowand.
Maria Furtwängler vor einer blauen Fotowand.
Schauspielerin Maria Furtwängler schließt einen Wechsel auf den Regiestuhl kategorisch aus. Das Entwickeln und Produzieren von Stoffen reize sie zwar, die Regiearbeit jedoch nicht.
„Ich habe komischerweise gar keine Ambitionen, zu inszenieren“, erklärte die Darstellerin der NDR-Ermittlerin Charlotte Lindholm gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „In erster Linie liebe ich es, zu spielen – das ist mein Beruf.“
Persönlicher Bezug im neuen Lindholm-Fall
Die ARD eröffnet die neue Krimi-Saison mit dem Fall „Tatort: König in Gelb“. Die Ausstrahlung fällt auf ein persönliches Datum: Am Sendetag, dem 13. September, feiert Furtwängler ihren 60. Geburtstag.
Der Film von Drehbuchautor Alexander Adolph spielt in einem sogenannten Demenzdorf, in dem Erkrankte ein weitgehend normales Alltagsleben führen können. Für die Schauspielerin besitzt der Fall eine doppelte Relevanz.
Furtwängler arbeitete vor ihrer Schauspielkarriere als Ärztin und bringt medizinisches Fachwissen mit. Zudem war ihre eigene Familie direkt betroffen: Ihr Vater erkrankte an Demenz und verstarb im Jahr 2012 an den Folgen.
Besonders schätze sie am Drehbuch, dass die Demenz nicht als klassisches Problemthema belehrend abgehandelt werde. Stattdessen werde die Krankheit zum integralen Handlungsraum, dem sich die Figuren nicht entziehen können.
Dreharbeiten mit Mutter Kathrin Ackermann
Im Film trifft Lindholm in Begleitung eines dementen Ex-Kollegen auf ihre Mutter, gespielt von Furtwänglers leiblicher Mutter Kathrin Ackermann. Diese äußert im Krimi den Satz: „Wenn mir das je passieren sollte, erschieß mich einfach.“
Diese Einstellung kenne sie von Ackermann auch abseits der Kamera. Es handle sich um die reale Haltung, funktionieren zu müssen und abtreten zu wollen, sobald Normalität nicht mehr möglich sei.
Die gemeinsame Arbeit vor der Kamera verlangt Furtwängler Konzentration ab. Sie müsse am Set darauf achten, durch die familiäre Nähe nicht in einen zu privaten Tonfall abzudriften.

