0 auf 100 km/h in 0,59 Sekunden: Tesla zeigt fliegenden Roadster mit Raketen-Triebwerken
Ratgeber & Tipps
Tesla präsentierte den neuen Roadster mit Kaltgas-Triebwerken auf dem SpaceX-Gelände in Texas.
In gerade einmal 0,59 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und über Hindernisse fliegen: Tesla hat die neue Generation seines elektrischen Sportwagens vorgestellt, den Tesla Roadster Rocket. Ausgestattet mit zehn Raketendüsen, die auf Technologien von SpaceX basieren, hebt das Fahrzeug bei Manövern buchstäblich vom Boden ab und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 370 km/h.
Die spektakuläre Demonstration fand auf dem Gelände von SpaceX im US-Bundesstaat Texas statt. Vor Publikum traten Tesla-Chef Elon Musk, Chefdesigner Franz von Holzhausen und Entwicklungsvorstand Lars Moravy auf, um die physikalischen Grenzen bisheriger Serienfahrzeuge demonstrativ zu verschieben. Von Holzhausen erinnerte daran, dass die Geschichte der Marke vor rund 20 Jahren mit dem ersten Roadster begann – ein Meilenstein, der ihn damals überhaupt erst zu dem Autobauer brachte.
Kaltgas-Triebwerke statt reiner Reifenhaftung: Die Technik hinter den Flugmanövern
Die gezeigten Stunts wirkten wie Science-Fiction, wurden jedoch bewusst im Live-Stream übertragen. Der zweisitzige Sportwagen fuhr über eine vertikale Rampe, vollführte eine kontrollierte Rolle in der Luft und landete dank des Gegendrucks seiner Triebwerke wieder sanft auf den Rädern. Danach flog das Gefährt über andere Tesla-Fahrzeuge hinweg und drehte sich dabei um die eigene Achse.
Das technische Geheimnis liegt nicht allein im elektrischen Allradantrieb, sondern in zehn Kaltgas-Triebwerken. Diese arbeiten mit stark komprimiertem Gas und erzeugen enormen Schub. Durch das gezielte Ausströmen des Gases lässt sich das Fahrzeug nicht nur extrem nach vorne katapultieren, sondern in der Luft stabilisieren und drehen. Beim Zünden aller Düsen hüllte dichter Dampf das Vorführgelände ein.
„Sie kann wie eine Rakete fliegen. Sie kann Rollen machen, verrückte Gymnastik – was auch immer. Es ist nicht zwingend ein Auto, das auf maximale Sicherheit optimiert ist. Aber es dreht den Spaßfaktor auf elf von zehn.“
Am Steuer des Fahrzeugs saß während der waghalsigen Vorführung kein Mensch, sondern eine Testpuppe. Vor dem Testlauf wies das Management offen auf das Risiko hin: Ein Erfolg sei bei derart experimentellen Systemen nie garantiert, weshalb man die Vorführung aus sicherer Distanz steuerte.
Drei Leistungsstufen im direkten Vergleich
Tesla plant das Modell in drei verschiedenen Ausführungen anzubieten. Während das Basismodell auf klassische Straßenperformance setzt, treiben die höheren Modellvarianten den Einsatz der SpaceX-Technik auf die Spitze.
| Modell-Variante | Technische Daten & Merkmale |
|---|---|
| Performance | 0 auf 96 km/h in unter 1,6 s; reguläre Straßenversion ohne Flugdüsen |
| Sport | 0 auf 100 km/h in 0,9 s; Kaltgas-Triebwerke am Fahrzeugheck |
| Rocket | 0 auf 100 km/h in 0,59 s; 370 km/h Spitze; Düsen rund um die Karosserie für Flugmanöver |
Im Rahmen der Präsentation wurde neben den 0,59 Sekunden auch ein Beschleunigungswert von 0,81 Sekunden genannt, ohne diesen direkt einer spezifischen Ausstattungsvariante zuzuordnen. Für den europäischen Markt und deutsche Autobahn-Enthusiasten wirft ein derartiges Konzept allerdings grundlegende Fragen auf.

Mythos Flugauto: Realität versus Zulassungsfragen
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass solche Show-Fahrzeuge in dieser Form direkt für den regulären Straßenverkehr freigegeben werden können. Die Realität strenger Zulassungsverfahren, etwa im Rahmen der EU-Typgenehmigung oder bei Prüfstellen wie dem TÜV, stellt extreme Hürden für Kaltgasdüsen an Fahrzeugkarosserien dar. Der Ausstoß von Hochdruckgas im Umfeld von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern dürfte im Alltag regulatorisch kaum umsetzbar sein.
Der Hersteller selbst betonte die Authentizität des gezeigten Materials gegenüber Skeptikern. Man habe sich gezielt für eine öffentliche Live-Übertragung entschieden, um zu belegen, dass es sich um reale Physik und nicht um computergenerierte Effekte (CGI) handele.
Der Start der regulären Serienproduktion des Fahrzeugs ist nach aktuellen Firmenangaben für das Jahr 2028 anvisiert. Bis dahin bleibt abzuwarten, welche Elemente des Raketen-Pakets tatsächlich den Weg auf öffentliche Straßen finden werden.
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