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1.000-Seelen-Dorf Heuweiler: Bürger retten altes Bauernhaus und schaffen Café sowie Wohnraum

Historisches Bauernhaus in Heuweiler vor der Sanierung Aktuelle News

Das historische Bauernhaus in Heuweiler wurde durch eine Bürgerinitiative vor dem Abriss bewahrt.

Die Außentische des Café Iz in Heuweiler sind gut besucht. Bei hausgemachtem Kuchen, Sandwiches und Kaffee trifft sich die Nachbarschaft im 1.000-Einwohner-Ort im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald regelmäßig.

Für die Gemeinde nahe Freiburg schließt der Treffpunkt eine gewachsene Versorgungslücke. Bis auf ein einziges Lokal hatten zuvor sämtliche Gaststätten und die örtliche Bäckerei schrittweise aufgegeben.

Genossenschaft stoppt Abrisspläne

Hinter dem Dorfcafé und dem integrierten Laden für den Grundbedarf steht die Bürgergenossenschaft Heuweiler. Ohne deren Einsatz stünde das historische Bauernhaus in der Dorfmitte heute nicht mehr.

Ursprünglich war der Abriss der Immobilie vorgesehen, um einem Neubauprojekt mit Tiefgarage und Eigentumswohnungen zu weichen. Die Bewohnerinnen und Bewohner schlossen sich zusammen, gründeten eine Genossenschaft und kauften das Gebäude selbst an.

So sah das alte Bauernhaus in Heuweiler (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) früher aus: unter anderem wurden dort Weinfässer gelagert.
Das alte Bauernhaus in Heuweiler vor dem Umbau durch die Genossenschaft.

Ziel war es, den dörflichen Charakter des Ortskerns zu wahren und bezahlbare Mietwohnungen bereitzustellen. Im Erdgeschoss leben heute zwei geflüchtete Familien, während die oberen Etagen an Einheimische vermietet sind.

Den ehemaligen Gewölbekeller bauten die Mitglieder in Eigenleistung um. Um aus dem früheren Weinfasslager ein helles Café zu machen, mussten Öffnungen durch meterharte Außenwände geschnitten werden.

So sieht das Café Iz von außen aus: Eine Bürgergenossenschaft rettete das alte Bauernhaus in Heuweiler (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) vor dem Abriss.
Das sanierte Gebäude mit dem neu eröffneten Café Iz im Ortskern.

Komplizierte Wege durch Förderprogramme

Finanziert wurde das Vorhaben durch Anteile der Bürger, der Gemeinde sowie über staatliche Fördergelder. Die bürokratische Abwicklung stellte das Team jedoch vor erhebliche Hürden.

1.000-Seelen-Dorf Heuweiler: Bürger retten altes Bauernhaus und schaffen Café sowie Wohnraum

Monatelang prüften die Ehrenamtlichen unübersichtliche Richtlinien und Ausschlüsse verschiedener Töpfe. Unklare Bewilligungszeiträume und fehlende Rückmeldungen von Behörden erschwerten die Planungen.

Bürokratieabbau für das Ehrenamt

Baden-Württembergs Ministerin für ländlichen Raum, Marion Gentges (CDU), kündigte Nachbesserungen bei Förderanträgen an. Die Landesregierung plane, Programme zusammenzufassen und Antragsverfahren digital zu vereinfachen.

Über 112 Millionen Euro an Fördergeldern flossen in diesem Jahr bereits in ländliche Projekte. Eine zielgerichtetere Beratung soll sicherstellen, dass ehrenamtliche Initiativen nicht an administrativen Vorgaben scheitern.

Neues Projekt: Wohnraum für Senioren

Die Bürgergenossenschaft plant bereits das nächste Vorhaben. Auf dem Areal eines ehemaligen Landmaschinenhandels soll ein Neubau entstehen.

Vorgesehen ist eine Senioren-Wohngemeinschaft mit Pflegeoption. Ältere Menschen aus Heuweiler erhalten so die Möglichkeit, auch bei Unterstützungsbedarf im Heimatdorf wohnen zu bleiben.

Die Umsetzung hängt erneut von Baugenehmigungen, Fördermitteln und weiteren Genossenschaftsanteilen ab. Der Vorstand wirbt derzeit um zusätzliche Unterstützer für das Projekt.