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10 Meter Eisverlust an der Zugspitze: Bergschule stoppt Touren durchs Höllental

Blick auf den Höllentalferner und das Felsmassiv der Zugspitze Aktuelle News

Der rapide Rückgang des Höllentalferners erschwert den Übergang in den Klettersteig der Zugspitze erheblich.

Wegen akuter Sicherheitsrisiken durch das rasche Abschmelzen des Höllentalferners stellt die Bergschule Vivalpin alle geführten Gruppentouren durch das Höllental auf die Zugspitze bis auf Weiteres ein.

Die staatlich geprüften Bergführer aus Garmisch-Partenkirchen begründen den Schritt mit außergewöhnlichen und unberechenbaren Bedingungen am Berg. Betroffen ist die laut Deutschem Alpenverein (DAV) beliebteste und landschaftlich abwechslungsreichste Aufstiegsroute auf Deutschlands höchsten Gipfel.

Gletscherschwund verändert Einstieg in den Klettersteig

Der dramatische Rückgang des Eises hat die Schlüsselstellen der Route gravierend verändert. Durch das fortgesetzte Abschmelzen des Höllentalferners liegt der Einstieg vom Gletscher in die Felswand des Klettersteigs inzwischen zehn Meter tiefer als gewöhnlich.

Blankeis und offene Gletscherspalten

Hohe Sommertemperaturen haben die schützende Schneedecke komplett abgetaut. Das freiliegende Blankeis erschwert das Begehen erheblich.

10 Meter Eisverlust an der Zugspitze: Bergschule stoppt Touren durchs Höllental

Zudem bilden sich im oberen Gletscherbereich zunehmend Gletscherspalten, die aufwendig umgangen werden müssen. Eine behördliche Sperrung der Route besteht zwar nicht, die Bergführer raten Bergsteigern ohne umfassende alpine Erfahrung jedoch dringend von einer selbstständigen Begehung ab.

Bayerische Gletscher schrumpfen dramatisch

Die Lage am Höllentalferner verdeutlicht den beschleunigten Gletscherschwund im gesamten Alpenraum. Von den ehemals fünf bayerischen Gletschern existieren heute nur noch vier, zwei davon am Zugspitzmassiv.

Eine gemeinsame Vermessung durch Glaziologen der Hochschule München und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften belegte im Herbst 2025, dass die bayerischen Gletscherflächen seit 2023 um 27 Prozent geschrumpft sind.