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10 Meter Reichweite: Polizei markiert illegale E-Scooter mit unsichtbarem DNA-Spray

E-Scooter im Straßenverkehr Aktuelle News

E-Scooter im städtischen Verkehr.

Polizeidienststellen in Großbritannien nutzen eine neue Taktik gegen kriminell genutzte oder manipulierte E-Bikes, E-Scooter und Motorräder. Ein spezielles Markierungsspray ermöglicht es Einsatzkräften, verdächtige Fahrer sowie deren Fahrzeuge aus einer Distanz von bis zu zehn Metern unbemerkt zu markieren.

Wie die „Oxford Mail“ berichtet, setzt unter anderem die Thames Valley Police diese Technologie bereits aktiv im Dienstalltag ein.

Forensischer Code ersetzt riskante Verfolgungsjagden

Im Einsatz befindet sich das System SelectaDNA. Dabei handelt es sich um eine klare Flüssigkeit oder ein Gel, das mit einem eindeutigen forensischen DNA-Code versehen ist.

Die Substanz trocknet unsichtbar auf Haut, Kleidung sowie Fahrzeugteilen und leuchtet erst unter UV-Licht auf. Schon mikroskopisch kleine Rückstände reichen aus, um Personen und Zweiräder nachträglich zweifelsfrei zu identifizieren.

Die Polizeibehörden in Hampshire und auf der Isle of Wight nutzen das Verfahren gezielt, um gefährliche Verfolgungsjagden durch belebte Fußgängerzonen oder dichten Stadtverkehr zu vermeiden. Beamte markieren Verdächtige im Vorbeifahren und stellen sie später bei gezielten Kontrollen.

10 Meter Reichweite: Polizei markiert illegale E-Scooter mit unsichtbarem DNA-Spray

Steigende Unfallzahlen und getunte Fahrzeuge in Deutschland

Auch in Deutschland verschärft sich die Situation rund um elektrische Kleinstfahrzeuge. Nach Angaben der Bundesregierung stieg die Zahl der versicherten E-Scooter von 180.000 im Jahr 2020 auf rund 990.000 im Jahr 2023.

Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der registrierten Unfallbeteiligten mit E-Scootern nahezu: Waren es 2020 noch unter 6.000 Personen, kletterte der Wert im Jahr 2024 auf rund 12.000.

Härtere Haftungsregeln für Fahrer und Verleiher geplant

Neben den Unfallstatistiken bereiten illegale Umbauten den Behörden Probleme. Nach Angaben des SWR zieht die Verkehrsinspektion Mannheim im Rhein-Neckar-Raum inzwischen fast täglich unzulässig manipulierte E-Bikes und E-Scooter aus dem Verkehr.

Der Deutsche Bundestag hat daraufhin einen Gesetzentwurf für das Jahr 2026 beschlossen, der die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen für Unfallopfer erleichtert. Stimmt der Bundesrat zu, greift künftig eine verschärfte Beweislastumkehr für Fahrer sowie eine stärkere Halterhaftung für Sharing-Anbieter, falls ein verursachender Fahrer nicht ermittelt werden kann.