10-Millionen-Schenkung in München: Rentner gibt 3.000-qm-Areal an Stiftung für 25 Mietwohnungen
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Auf dem 3000 Quadratmeter großen gestifteten Areal in München-Hadern sollen rund 25 bezahlbare Wohnungen entstehen.
10-Millionen-Euro-Grundstück für bezahlbare Mieten
Der 89-jährige Otto Gugger hat sein Anwesen im Münchner Stadtteil Hadern an die Stiftung „Daheim im Viertel“ verschenkt. Das Areal umfasst ein Wohnhaus und 3000 Quadratmeter Gartenland mit einem geschätzten Marktwert von rund zehn Millionen Euro.
Auf dem Grundstück sollen nach derzeitigem Planungsstand rund 25 Wohnungen entstehen. Etwa 70 Prozent der Einheiten sind für Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen vorgesehen, die übrigen Wohnungen sollen ebenfalls spürbar unter der marktüblichen Miete liegen.
Wachsender Zulauf für gemeinnützige Stiftungen
Die 2021 ins Leben gerufene Stiftung „Daheim im Viertel“ hält mittlerweile ein Grundstück, zwei Mehrfamilienhäuser mit 19 Wohnungen sowie zwei Eigentumswohnungen. Zwei weitere Mehrfamilienhäuser stehen kurz vor dem Übergang, während 26 Liegenschaften mit mehr als 90 Wohneinheiten der Stiftung bereits testamentarisch zugesichert wurden.
Das Stiftungsvermögen beziffert Vorstandsmitglied Christian Stupka auf fast 20 Millionen Euro, ergänzt durch private Zuwendungen in Höhe von knapp drei Millionen Euro. Seit Gründung meldeten sich über 100 interessierte Eigentümer.
Die Beweggründe privater Eigentümer
Hinter den Schenkungen steht oft der Wunsch, das Werk früherer Generationen vor der Verwertung auf dem freien Markt zu schützen. Manche Eigentümer wollen gezielt verhindern, dass ihre Immobilien Spekulationsobjekte werden.
Die Stiftung hat ihre Satzung an die Wohnungsgemeinnützigkeit gekoppelt. Übertragene Objekte verbleiben dauerhaft im Stiftungsbesitz und dürfen nicht weiterverkauft werden, was langfristig preisgebundenen Wohnraum garantiert.

Bauen ohne spekulative Bodenpreise
Das Vorhaben in München-Hadern dient der Stiftung als Testfall für eine Neubaukalkulation ohne teuren Grundstückserwerb. Geplant ist ein ökologisches Holzbauprojekt, das durch ein Mobilitätskonzept auf eine kostenintensive Tiefgarage verzichtet.
Ähnliche Ansätze verfolgen die Stadt Ulm mit ihrer kommunalen Bodenbevorratung sowie die Stiftung Trias. Letztere hat bereits 26 Liegenschaften mit 146 Wohn- und 17 Gewerbeeinheiten übernommen. Auch „Daheim im Viertel“ registriert mittlerweile Anfragen aus Städten wie Dortmund und Hamburg.
Ökonom sieht Grenzen des Stiftungsmodells
Pekka Sagner, Immobilienökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, stuft solche Initiativen als Nischenlösung ein. Da Immobilien meist den Hauptteil des privaten Vermögens ausmachen, werden sie in der Regel innerhalb der Familie weitergegeben oder verkauft.
Bei rund 800.000 Wohnungen im Münchner Bestand bleibt der statistische Effekt auf den Gesamtmarkt verschwindend gering. Sagner betont, dass strukturelle Probleme wie hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren und Flächenmangel dadurch nicht gelöst werden.
Für die unmittelbar betroffenen Mieter bietet das Modell jedoch verlässlichen Schutz vor Entmietung und Verdrängung, da ein Weiterverkauf der Bestandsimmobilien dauerhaft ausgeschlossen ist.
