10 Prozent Körperfett und Styling-Prüfung: Fitnessstudio in Tokio verlangt komplettes Make-over
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Ein Fitnessstudio im Tokioter Trendviertel Harajuku verbindet Krafttraining mit professioneller Typberatung.
Klassische Fitnessstudios konzentrieren sich primär auf Gewichte, Ausdauer und Muskelmasse. Ein Studio im Szeneviertel Harajuku in Tokio verfolgt einen radikaleren Ansatz: Die „Colors Lounge“ unterzieht ihre Mitglieder einer optischen Generalüberholung.
Das Konzept kombiniert Sport mit professioneller Stilberatung, Make-up-Kursen und Haarstyling. Ziel ist eine vollkommene Transformation des äußeren Erscheinungsbildes.
Styling-Profis statt reiner Hantelbank
Der kanadische Filmemacher Greg Lam dokumentierte das System in seinem YouTube-Kanal „Life Where I’m From“. Die Kundschaft, überwiegend zwischen 20 und 30 Jahre alt, reist oft mit vollgepackten Koffern an, um die eigene Garderobe von Stylisten analysieren zu lassen.
Das Personal besteht teils aus Stylisten, die sonst japanische Prominente für öffentliche Auftritte einkleiden. Neben Einkaufsbegleitungen lernen die Mitglieder im Studio, wie sie ihre Haare für verschiedene Anlässe selbst frisieren und Make-up präzise auftragen.
Harte Kriterien für den „Master-Status“
Hinter dem Studio steht die Überzeugung, dass ein optimiertes Äußeres direkt den sozialen Status und das Selbstwertgefühl steigert. Um das System zu strukturieren, setzt der Club auf ein striktes Einstufungssystem.

Für den begehrten „Master-Status“ müssen die Mitglieder feste biologische und modische Vorgaben erfüllen:
- Körperfettanteil: Maximal zehn Prozent bei Männern, maximal 22 Prozent bei Frauen.
- Leistung: Erfolgreiches Bestehen eines internen Fitnesstests.
- Stil-Nachweis: Die Fähigkeit, sich in vier definierten Stilrichtungen zu kleiden und die Haare auf vier verschiedene Weisen zu stylen – belegt durch Fotobeweise.
Exklusive Vorteile für erfolgreiche Absolventen
Mitglieder, die diese Hürden meistern, erhalten Zugang zu exklusiven Vergünstigungen. Dazu zählen Einladungen zu Modenschauen, Rabatte bei Modemarken sowie Treffen mit Prominenten.
Filmemacher Greg Lam sieht diese Verknüpfung von Körperfettwerten, Garderobe und sozialer Anerkennung kritisch, da sie Oberflächlichkeiten zementiere. Gleichzeitig beobachtete er vor Ort eine eng verbundene Club-Gemeinschaft, für die das kostspielige Rundum-Paket den gewünschten gesellschaftlichen Einstieg bietet.
