100 Euro fürs Kilo und falscher Lachs: Die 5 größten Lebensmittel-Täuschungen
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Viele Lebensmittel im Supermarktregal enthalten ganz andere Zutaten, als die Verpackung vermuten lässt.
Klingende Namen und bunte Abbildungen auf Lebensmittelverpackungen wecken oft falsche Erwartungen. Häufig stecken hinter vertrauten Produktbezeichnungen billige Ersatzstoffe und künstliche Aromen.
Verbraucherschützer weisen regelmäßig darauf hin, dass die tatsächliche Zusammensetzung vieler Artikel im Supermarkt kaum zum Marketingversprechen passt.
Wasabi: Gefärbter Meerrettich statt Edelgewürz
Echter Wasabi ist eine Rarität im europäischen Handel. Da die Pflanze extrem anspruchsvoll im Anbau ist, liegt der Kilopreis oft bei über 100 Euro.
Die typische grüne Paste zu Sushi besteht daher fast immer aus herkömmlichem Meerrettich, Senfmehl und Stärke, versetzt mit grünen Farbstoffen. Dieses sogenannte Wasabi-Surrogat schmeckt deutlich stechender und schärfer als das blassgrüne, leicht süßliche Original.
Vanilleeis: Aromen dominieren die Zutatenliste
Nahaufnahme einer Packung Eis aus dem Supermarkt
Klassisches Vanilleeis enthält in vielen Fällen nur Spuren echter Vanille. Da der Rohstoff teuer gehandelt wird, weichen Hersteller auf künstliches Vanillin, pflanzliche Fette und Farbstoffe aus.
Auf den Zutatenlisten taucht Vanille meist ganz am Ende auf, während Magermilch, Molkenerzeugnisse und Zucker die Basis bilden.
Der Unterschied zur Bourbon-Vanille
Trägt ein Eis die Kennzeichnung „Bourbon-Vanille“, müssen Extrakte aus echten Bourbon-Vanilleschoten verarbeitet worden sein. Der Vanilleanteil fällt hier höher aus als bei Standardvarianten, dennoch ergänzen viele Hersteller die Rezepturen weiterhin mit Aromazusätzen.

Erdbeerjoghurt: Oft nur eine einzige Frucht pro Becher
Wer fruchtigen Erdbeergeschmack sucht, findet im Kühlregal vor allem Zucker, Verdickungsmittel und Rote-Bete-Saft zur Färbung.
Laut Verbraucherzentralen steckt in einem handelsüblichen 150-Gramm-Becher Erdbeerjoghurt im Schnitt umgerechnet lediglich eine einzelne Erdbeere. Der typische Geschmack wird primär über Fruchtextrakte und Aromastoffe erzeugt.
Alaska-Seelachs: Ein Dorsch im Lachskleid
Der Alaska-Seelachs gehört zu den meistverkauften Speisefischen in Deutschland und bildet die Basis für Fischstäbchen sowie Schlemmerfilets. Mit echtem Lachs hat das Tier biologisch jedoch nichts zu tun.
Es handelt sich um den Pazifischen Pollack (Gadus chalcogrammus), einen Verwandten des Kabeljaus aus der Familie der Dorsche. Der Begriff „Seelachs“ wurde einst als Verkaufsbezeichnung eingeführt, um den Fisch für den mitteleuropäischen Markt attraktiver wirken zu lassen.
Schokoglasur: Billiges Palmöl verdrängt Kakaobutter
Nahaufnahme einer Schokoladenglasur in einem Supermarkt
Auf Backwaren und Gebäckstücken findet sich häufig eine sogenannte „kakaohaltige Fettglasur“. Diese enthält keine hochwertige Kakaobutter, sondern preiswerte Pflanzenfette wie Palm- oder Kokosfett.
Echte Kuvertüre erfordert laut Lebensmittelrecht einen Kakaobutteranteil von mindestens 31 Prozent. Reine Fettglasuren imitieren die Optik und Konsistenz lediglich mithilfe von Kakaopulver und Emulgatoren.


