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100 Polizeifahrzeuge im Einsatz: Großfahndung nach mutmaßlichem Stromnetz-Saboteur Daniel V.

100 Polizeifahrzeuge im Einsatz: Großfahndung nach mutmaßlichem Stromnetz-Saboteur Daniel V. Aktuelle News

100 Polizeifahrzeuge im Einsatz: Großfahndung nach mutmaßlichem Stromnetz-Saboteur Daniel V.

Nach versuchten Sabotageakten auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei im Hambacher Forst bei Kerpen eine großangelegte Suchaktion durchgeführt. Der Einsatz mit bis zu 100 Einsatzfahrzeugen wurde am Abend ohne Fund beendet.

Die Fahndung nach dem 48-jährigen Tatverdächtigen Daniel V. läuft auf Hochtouren weiter. Die Behörden prüfen Hinweise, wonach der Gesuchte auf einem schwarzen Fahrrad der Marke Trenoli (Modell „Tazio Sportivo M“, Rahmenhöhe 56 Zentimeter) flüchtig sein könnte.


Fahndungsaufnahme im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Stromnetz-Anschlägen.

Sprengstoff in Wohnung sichergestellt

Bereits am Freitag durchsuchten Spezialkräfte die Wohnung des Verdächtigen im nordrhein-westfälischen Gevelsberg und stellten dort Sprengstoff sicher. Im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier stürmte ein Spezialeinsatzkommando zudem einen zu einem Wohnmobil umgebauten Lastwagen im Wald – die Person wurde dort jedoch nicht angetroffen.

Hinweise zum Aufenthaltsort des 48-Jährigen nehmen die Ermittler telefonisch unter 0331 – 505950 sowie über das Hinweisportal der Polizei Nordrhein-Westfalen entgegen.

Anschläge auf Hochspannungsleitungen

Die Serie von Angriffen betraf Umspannwerke und Trassen in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. Vorfälle wurden unter anderem bei Jänschwalde, Bergheim, Dormagen und Weisweiler registriert.

Dieses Foto zeigt den 48-Jährigen, der verdächtigt wird, Anschläge auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern begangen zu haben
Porträtaufnahme des 48-jährigen Tatverdächtigen aus dem Fahndungsaufruf der Ermittlungsbehörden.

Gezielte Kurzschlüsse durch Abschussvorrichtungen

Nach Angaben von Netzbetreibern und Polizei nutzte der Täter pyrotechnische Geschosse, um leitfähiges Material gezielt in Hochspannungsleitungen zu feuern und Kurzschlüsse auszulösen. Entsprechende Abschussvorrichtungen wurden vor Ort gesichert.

In allen drei betroffenen Ländern wird Braunkohle gefördert und verstromt. Die Ermittlungen laufen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, versuchter Störung öffentlicher Betriebe sowie versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage.

Bekennerschreiben und politische Einstufung

Die Fahndung stützt sich unter anderem auf zwei Bekennerschreiben, die Medienredaktionen zugestellt wurden und von den Sicherheitsbehörden als authentisch eingestuft werden. Darin werden die Angriffe mit dem Protest gegen fossile Energieträger begründet.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, die Schreiben enthielten eindeutiges Täterwissen, und sprach von einem mutmaßlichen Einzeltäter im Bereich des „Klimaextremismus“. Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Günter Krings (CDU) bezeichnete die Taten als Angriffe mit „terroristischer Qualität“ und forderte die konsequente Anwendung harter Straftatbestände.