104 statt 4 Euro: Scanner-Panne an ÖBB-Parkplatz trifft Bahnreisende
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Park-and-Ride-Anlagen an Bahnhöfen setzen zunehmend auf automatisierte Ticketkontrollen.
Ein Parkaufenthalt von zwei Tagen sollte für einen Fahrgast am Bahnhof Attnang-Puchheim in Oberösterreich eigentlich vier Euro kosten. Stattdessen erhielt er eine Zahlungsaufforderung über 104 Euro.
Der Grund für den massiven Aufpreis: Das automatisierte Kamerasystem der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) konnte den Barcode seines gültigen Westbahn-Tickets nicht verarbeiten. In der Folge verbuchte das System das Fahrzeug automatisch als Schwarzparker mit einer Pauschale von 50 Euro pro Tag.
Die Parkplätze der Österreichischen Bundesbahnen sind vor allem Pendlern vorbehalten, die mit dem Auto anreisen und mit der Bahn weiterfahren.
Automatisierte Kennzeichenerfassung gegen Fremdparker
Die ÖBB kontrollieren ihre Park-and-Ride-Anlagen seit 2022 schärfer, um die Kapazitäten für echte Bahnpendler freizuhalten. Zuvor nutzten vermehrt Fremdparker die kostenfreien Stellflächen in Bahnhofsnähe.
Am Bahnhof Attnang-Puchheim stehen 660 Stellplätze bereit, die über eine automatische Kennzeichenerfassung erfasst werden. Ähnliche Systeme wurden unter anderem in Wels und Vöcklabruck eingeführt.
Gestaffelte Parkgebühren und Strafen
Seit Mai greift an diesen Standorten eine gestaffelte Gebührenordnung für Bahnkunden. Die ersten beiden Tage kosten jeweils zwei Euro, Tag drei bis fünf schlagen mit vier Euro zu Buche und ab Tag sechs werden sechs Euro pro Tag fällig. Maximal dürfen Fahrzeuge bis zu 30 Tage am Stück abgestellt werden.

Wird kein gültiger Fahrschein erkannt, fällt die reguläre Strafgebühr von 50 Euro pro Tag an, die bei maximal 150 Euro gedeckelt ist. Im Fall des betroffenen Reisenden zog der Parkplatzbetreiber Apcoa die Forderung nach einer Beschwerde zurück, sodass lediglich die regulären vier Euro bezahlt werden mussten.
Attnang-Puchheim ist eine Gemeinde im Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich.
Separater Code für Westbahn-Kunden notwendig
Der Betreiber Apcoa teilte mit, dass der Barcode regulärer Westbahn-Fahrscheine kein lesbares Format für die Scansysteme aufweist. Reisende mit Tickets der privaten Bahngesellschaft müssen daher vor der Ausfahrt einen zusätzlichen Park-and-Ride-QR-Code vorweisen, der beim Zugpersonal erhältlich ist.
Wer Fahrkarten online bucht, erhält diesen Code in der Regel automatisch mitgeschickt. Kritisch bleibt die Situation vor allem bei spontan am Bahnhof erworbenen Tickets an Standorten wie Attnang-Puchheim, St. Pölten, Amstetten und Jenbach. Eine direkte Schnittstelle zur Erkennung herkömmlicher Westbahn-Fahrscheine plant der Parkplatzbetreiber derzeit nicht.


