106 Kilometer und 5.400 Höhenmeter: Extremsportler läuft Zugspitz-Ultratrail in Badelatschen
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Manuel Stegmayr startete den Berglauf um die Zugspitze mit 15 Kilogramm Zusatzgewicht und ohne Verpflegung.
Der 33-jährige Airbus-Ingenieur Manuel Stegmayr hat sich an ein extremes Experiment gewagt: Er startete auf der anspruchsvollen Strecke des Zugspitz-Ultratrails – in gewöhnlichen Badelatschen, mit 15 Kilogramm Zusatzgewicht und völlig ohne feste Nahrung.
Manuel Stegmayr vor dem Start seines Extremlaufs an der Zugspitze.
Die geplante Route umfasst 106 Kilometer und knapp 5.400 Höhenmeter rund um das Zugspitzmassiv. Für den Hobbyfußballer aus Langenmosen bei Schrobenhausen war der Lauf eine bewusst minimalistische Grenzerfahrung.
Spartanische Ausrüstung statt Hightech-Material
Stegmayr nutzt die Badesandalen regelmäßig im Alltag, bei der Arbeit auf dem Bauernhof und auf Wanderungen. Teurem Spezialequipment steht er skeptisch gegenüber.
Extreme Distanzen sind dem 33-Jährigen vertraut: Zuvor bewältigte er die 270 Kilometer und 7.000 Höhenmeter vom Eibsee zum Gardasee in 65 Stunden. Die Zugspitze erklomm er bereits über vier verschiedene Routen innerhalb von 30 Stunden und durchquerte das Reintal schon einmal in Adiletten.
Auf der Route passierte Manuel Stegmayr Bergpässe auf über 2000 Metern Höhe.
Den Zugspitz-Ultratrail hatte er zuvor dreimal mit regulären Laufschuhen absolviert. Die Strecke stufte er technisch als gut machbar für seinen Test ein.
Start in Garmisch mit 15 Kilogramm Ballast
Am Freitagmittag startete Stegmayr in Garmisch. Seine Ausrüstung bestand lediglich aus Tennissocken, Adiletten, T-Shirt, Kappe, Sonnenbrille, einer Drei-Liter-Trinkblase sowie einer 15-Kilo-Gewichtsweste.
Nach den ersten fünf Stunden im Alleingang schlossen sich Freunde als Begleiter an. Die Route führte über den Eibsee, die Ehrwalder Alm, den Wannigsattel und das Scharnitzjoch bis in den Raum Mittenwald, wobei er zweimal Pässe auf über 2.000 Metern Meereshöhe passierte.
In Badesandalen meisterte Manuel Stegmayr mehr als 4000 Höhenmeter im alpinen Gelände.
Körperlicher Einbruch bei Schloss Elmau
Nicht das Schuhwerk, sondern der vollständige Verzicht auf Kalorien führte schließlich zum Abbruch. Nach rund drei Vierteln der Gesamtdistanz und über 4.000 bewältigten Höhenmetern stellten sich Schwindelattacken und Kreislaufprobleme ein.
Da der Körper bei anhaltender Extrembelastung ohne Nahrung beginnt, Muskeleiweiß abzubauen, drohten Nierenschäden. Bei Schloss Elmau beendete Stegmayr den Lauf vorzeitig, ließ sich im Klinikum Augsburg untersuchen und mit einer Infusion stabilisieren.
Seine wichtigste Botschaft an Nachahmer formulierte der Sportler unmissverständlich: Dieses Experiment sei ausdrücklich nicht zum Nachmachen gedacht.



