11 Tote bei nächtlichen Angriffen im Südlibanon: Wohnhaus in Kfar Remmane zerstört
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11 Tote bei nächtlichen Angriffen im Südlibanon: Wohnhaus in Kfar Remmane zerstört
Bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind in der Nacht zu Montag mindestens elf Menschen getötet worden, darunter zwei Säuglinge. Das meldete die offizielle libanesische Nachrichtenagentur NNA.
Der folgenschwerste Treffer traf die Ortschaft Kfar Remmane nahe der Stadt Nabatiye. Neun Zivilisten starben, als eine Bombe ein dreistöckiges Wohngebäude dem Erdboden gleichmachte.
Zwei weitere Menschen – beides Rettungskräfte – kamen ums Leben, als ihr Fahrzeug im selben Ort von einer Rakete getroffen wurde.
Nächtlicher Einschlag ohne Vorwarnung
Das zerstörte Wohnhaus in Kfar Remmane bot am Montagmorgen ein Bild der Verwüstung. Trümmer, Möbelreste und Schulbücher lagen weit verstreut, während Rettungsteams nach weiteren Verschütteten suchten.
Viele Bewohner waren erst im Juni im Zuge einer vereinbarten Waffenruhe in ihre Häuser zurückgekehrt. Nach dem erneuten Angriff flohen zahlreiche Familien wieder aus dem Viertel.
Im Gegensatz zu anderen Operationen gab es vor dem Beschuss auf Kfar Remmane keinen Evakuierungsbefehl des israelischen Militärs.
Gezielte Zerstörung in Deir Ez Zahrani
Im benachbarten Ort Deir Ez Zahrani ging die israelische Armee anders vor. Über den Nachrichtendienst Telegram warnte das Militär die Zivilbevölkerung auf Arabisch vor einem bevorstehenden Angriff auf eine Einrichtung der Hisbollah.
Auslöser sei der Start einer explosiven Drohne durch die Miliz gewesen. Rund 22 Minuten nach der Warnung bombardierte die israelische Luftwaffe das betreffende Gebäude.
Eskalation um strategischen Höhenzug
Bereits in den Tagen zuvor hatte die israelische Armee ihre Angriffe im Süden des Landes intensiviert. Am Freitag starben vier Menschen, am Sonntag weitere sieben.
Die Angriffe folgten auf die Einnahme des strategisch wichtigen Ali-Taher-Höhenzugs durch israelische Truppen am vergangenen Donnerstag. Israel begründete das Vorgehen damit, dortige Tunnelsysteme der Hisbollah zu zerschlagen und eine Wiederbewaffnung der Schiitenmiliz im Grenzgebiet zu unterbinden.
Das israelische Außenministerium betonte, Verstöße gegen die Waffenruhe nicht zu tolerieren. Libanons Präsident Joseph Aoun sprach von einer gefährlichen Eskalation und forderte die USA sowie die internationale Gemeinschaft auf, den Angriffen Einhalt zu gebieten.
