11,2 Prozent überlastet: EU will Städten Beschränkung von Airbnb und Booking erleichtern
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11,2 Prozent überlastet: EU will Städten Beschränkung von Airbnb und Booking erleichtern
Ferienwohnungen statt dauerhaftem Wohnraum für Einheimische verschärfen in vielen europäischen Städten die Lage auf dem Mietmarkt. Die Europäische Kommission plant nun einen neuen rechtlichen Rahmen, mit dem Kommunen die Vermietung über Portale wie Airbnb oder Booking gezielter einschränken können.
„Wir befinden uns in einer Wohnungskrise, wir müssen handeln“, erklärte der EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen, Dan Jørgensen, in Brüssel. Kurzzeitvermietungen seien zwar nicht der alleinige Grund für den Mangel, aber ein relevanter Faktor.
Leitfaden für Städte statt pauschalem EU-Verbot
Eine europaweit einheitliche Vorschrift kann Brüssel in diesem Bereich nicht erlassen. Die Zuständigkeit für konkrete Eingriffe verbleibt bei den nationalen, regionalen und lokalen Behörden.
Der Vorschlag der EU-Kommission soll den Kommunen Kriterien an die Hand geben, um den Wohnungsmarkt vor Ort rechtssicher zu bewerten. Neben Kurzzeitvermietungen stehen dabei auch Zweitwohnungen sowie längerfristiger Leerstand im Fokus.
Das Ziel der Initiative ist vor allem Rechtssicherheit. Städte sollen Maßnahmen ergreifen können, ohne dabei mit den Grundsätzen des EU-Binnenmarkts in Konflikt zu geraten. Bevor die Leitlinien wirksam werden, müssen das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten zustimmen.
Kritik aus Politik und Immobilienwirtschaft
Der Vorschlag stößt auf geteilte Reaktionen. Dan Jørgensen räumte ein, dass die Initiative die Probleme nicht über Nacht lösen werde, sie setze jedoch an einem der Treiber für die Verdrängung aus Innenstädten an.
Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber kritisierte das Vorgehen deutlich: „Die zentrale Frage ist, warum zu wenig gebaut wird und welche europäischen Rechtsakte dem Bauen im Wege stehen.“ Die Kommission wähle hier den falschen Ansatz.
Auch der Eigentümerverband Haus & Grund sieht den Kern der Krise nicht bei den Plattformen. Verbandspräsident Kai Warnecke forderte, Eingriffe dürften nur dort erfolgen, wo eine jahrelange, spürbare Belastung durch Ferienwohnungen nachgewiesen werden könne – wofür es keine Vorgaben aus Brüssel brauche.
Wohnkosten belasten deutsche Haushalte überdurchschnittlich
Wie angespannt die Lage ist, zeigen Daten des europäischen Statistikamts Eurostat für das Jahr 2025: In Deutschland galten 11,2 Prozent der Bevölkerung als durch Wohnkosten überbelastet.
Diese Haushalte mussten mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufbringen. Im EU-weiten Durchschnitt lag dieser Wert bei 7,7 Prozent.
