12.600 neue Schulkräfte in NRW: Landesregierung feiert Rekord, GEW sieht Strukturkrise
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12.600 neue Schulkräfte in NRW: Landesregierung feiert Rekord, GEW sieht Strukturkrise
Die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen zieht zum Start des Schuljahres eine positive Zwischenbilanz ihrer Schulpolitik. Seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode im Juni 2022 arbeiten 12.600 zusätzliche Personen an den Schulen im Bundesland.
Nach Angaben der Regierung stieg das Schulpersonal seit den 1970er-Jahren innerhalb einer Legislaturperiode nicht mehr so stark an. Allein im pädagogischen Sektor kamen rund 10.410 besetzte Vollzeitstellen hinzu – im Schnitt etwa 2.600 pro Jahr. Ergänzend wurden mehr als 2.200 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer eingestellt.
Milliardenbudget und tausende Neueinstellungen
Insgesamt verzeichnete das Land seit Mitte 2022 über 30.000 dauerhafte Neueinstellungen, darunter rund 25.000 Lehrerinnen und Lehrer. Für das Jahr 2027 sieht der Haushaltsentwurf einen Bildungsetat von 44,4 Milliarden Euro vor – ein Plus von 800 Millionen Euro gegenüber dem vorherigen Ansatz.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verteidigte die Bilanz: „Unser Anspruch bleibt klar: Jedes Kind in Nordrhein-Westfalen soll die bestmöglichen Bildungschancen haben. Mit dem zusätzlichen Personal verbessern wir die Situation an unseren Schulen und den Unterricht für unsere Kinder.“
Schwerpunkte für das Haushaltsjahr 2027
Der geplante Zuwachs an Stellen konzentriert sich vor allem auf bestimmte Schulformen und Aufgabenbereiche:
- Insgesamt über 1.300 neue Lehrerstellen landesweit.
- 896 Stellen davon fließen direkt in Grundschulen, den Ganztagsausbau und die Inklusion in der Sekundarstufe I.
- Der Schulbereich bildet damit den größten Stellenzuwachs im gesamten Landeshaushalt.
GEW fordert Zehnjahresplan statt Einzelmaßnahmen
Die Bildungsgewerkschaft GEW NRW erkennt Schritte wie das Startchancen-Programm, den ausgebauten Sozialindex, die Reform der Grundschulbesoldung auf A13/EG13 und die Stärkung von Schulleitungen an. Dennoch fällt ihr Fazit deutlich kritischer aus.
„Es ist höchste Zeit, nicht mehr nur über kurzfristige Programme und immer neue Einzelmaßnahmen zu sprechen, sondern über deren Wirkung“, betont die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik. Entscheidend bleibe, was tatsächlich vor Ort im Klassenzimmer ankomme.
Die Gewerkschaft fordert eine langfristige Absicherung über Legislaturperioden hinweg und schlägt einen „10-Jahres-Plan Gute Bildung NRW“ vor. Nach wie vor hingen Bildungschancen zu stark vom sozialen Status und der Finanzkraft der einzelnen Kommunen ab, während Lehrkräfte bestehende Defizite mit Überstunden auffangen müssten.
