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14.000 Einwände: Mega-Rechenzentrum auf 100 Fußballfeldern bedrängt 635-Einwohner-Dorf

Planungsgelände für das Mega-Rechenzentrum von Entwickler ILI Aktuelle News

Das geplante Areal für das Mega-Rechenzentrum im schottischen Auchtertool.

Im schottischen Auchtertool formiert sich massiver Widerstand gegen ein industrielles Großprojekt. Direkt neben der 635 Einwohner zählenden Ortschaft mit ihren rund 200 Wohnhäusern soll ein Rechenzentrum entstehen, dessen Fläche mehr als 100 Fußballfelder umfasst.

Die Anwohnerschaft fürchtet gravierende Einschnitte in den Alltag. Neben Lärm- und Lichtemissionen stehen potenzielle Überschwemmungen, steigende Umgebungstemperaturen sowie ein Verfall der Immobilienpreise im Raum.

14.000 Beschwerden und Protest vor dem Parlament

Die schottische Regierung ordnete angesichts der Tragweite eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung an. Beim zuständigen Fife Council gingen bis zum Fristende im Juli 2026 mehr als 14.000 Einwände ein.

Für den 3. September kündigten die betroffenen Gemeinden eine gemeinsame Protestaktion vor dem schottischen Parlament an. Viele Bewohner betonen, nicht grundsätzlich gegen die Technologie zu sein, sondern die Standortwahl direkt neben einem kleinen Dorf zu kritisieren.

https://cato.ili-energy.com/
Entwicklungsplan für das Rechenzentrumsgelände in Schottland.

Der zuständige Projektentwickler ILI weist die Bedenken zurück. Technische Prüfungen zu Lärm, Luftqualität, Wasserhaushalt und Ökologie hätten gezeigt, dass alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.

Das Unternehmen verweist zudem auf neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse für die Region. Als Ausgleichsmaßnahmen stellt der Entwickler neue Wald-, Feucht- und Wiesenflächen in Aussicht.

Widerstand gegen Daten-Giganten auch in Frankreich

Der Konflikt um riesige Serverfarmen beschränkt sich nicht auf Großbritannien. Im französischen Fouju im Département Seine-et-Marne steht die 650-Einwohner-Gemeinde vor einer ähnlichen Entwicklung.

14.000 Einwände: Mega-Rechenzentrum auf 100 Fußballfeldern bedrängt 635-Einwohner-Dorf

Dort ist der Bau des „Campus IA“ geplant, der als größter Rechenzentrums-Komplex Europas konzipiert ist. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Milliarden Euro war 2025 auf dem Investitionsgipfel „Choose France“ präsentiert worden.

Vor Ort wächst die Kritik an den Ausmaßen der Anlage. Die Umweltorganisation FNE 77 warnte davor, dass der Komplex die Dimensionen des Dorfes völlig sprenge.

Milliardenschwere Infrastrukturprojekte in Deutschland

Auch in Deutschland treiben Konzerne den Ausbau massiver Rechenkapazitäten zügig voran.

Schwarz-Gruppe investiert in Dummerstorf und Brandenburg

Die Schwarz-Gruppe, Mutterkonzern von Lidl und Kaufland, plant bei Rostock eine Großinvestition in Höhe von 5,6 Milliarden Euro. In Dummerstorf soll bis 2033 eine Anlage mit einer Kapazität von 240 Megawatt entstehen.

Konzernchef Gerd Chrzanowski begründete den Schritt mit dem Aufbau digitaler Souveränität durch praxistaugliche und verlässliche Infrastruktur. In Brandenburg errichtet das Unternehmen parallel ein weiteres Rechenzentrum mit einem Investitionsvolumen von elf Milliarden Euro.