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1,4 Millionen Euro investiert: 157 Sirenen in Oberspreewald-Lausitz sprechen jetzt Klartext

1,4 Millionen Euro investiert: 157 Sirenen in Oberspreewald-Lausitz sprechen jetzt Klartext Aktuelle News

1,4 Millionen Euro investiert: 157 Sirenen in Oberspreewald-Lausitz sprechen jetzt Klartext

Ein an- und abschwellender Heulton über eine volle Minute kündigt akute Gefahr für die Bevölkerung an. Viele Menschen bringen das Geräusch jedoch ausschließlich mit Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr in Verbindung.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz rüstet deshalb auf und setzt zum bundesweiten Warntag auf eine Neuerung im Katastrophenschutz: Sirenen, die direkte Sprachanweisungen abspielen.

Ein Rettungsfahrzeug steht vor einer Sirene
Ein Rettungsfahrzeug steht vor einer Sirene

Sprachdurchsage soll Signalbedeutung verdeutlichen

Die neue Durchsage fordert Anwohner klar zum Handeln auf: „Achtung! Das ist eine Warnmeldung. Informieren Sie sich in den Medien, wie zum Beispiel im Radio oder in den Warnapps.“

Projektverantwortlicher Martin Kolacki erklärt den Schritt damit, dass die Bedeutung der verschiedenen Tonfolgen in der Bevölkerung oft unklar sei. Der gesprochene Text soll unmissverständlich als Weckruf fungieren, damit Bürger lokale Gefahrenmeldungen prüfen.

Auslösung in 16 Sekunden statt 30 Minuten

Insgesamt 157 Sirenenstandorte im gesamten Kreisgebiet wurden modernisiert. Neben der Sprachfunktion bringt das System einen massiven Geschwindigkeitsvorteil bei Naturkatastrophen, Großbränden oder Überflutungen.

Die Auslösung der Anlagen erfolgt nun innerhalb von 16 Sekunden. Vor dem Umbau dauerte dieser Prozess bis zu einer halben Stunde.

Ausfallsicherheit und Schutz vor Manipulation

Die Steuerung der Sirenenanlagen läuft über verschlüsselte Signale, um unbefugte Zugriffe und Cyberangriffe zu verhindern. Integrierte Akkus sichern den Betrieb bei einem flächendeckenden Stromausfall für mehrere Tage ab.

Symbolbild: Eine Sirene in einem Dorf in Brandenburg (Luftaufnahme mit einer Drohne). (Quelle: Picture Alliance/Patrick Pleul)
Symbolbild: Eine Sirene in einem Dorf in Brandenburg

1,4 Millionen Euro für den Katastrophenschutz

Auslöser für die dreijährige Umrüstung waren verheerende Ereignisse wie die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, wie Ordnungsdezernent Martin Höntsch betont. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,4 Millionen Euro, wovon der Landkreis rund 75 Prozent aus eigenen Mitteln finanzierte.

Die Sprachdurchsagen ergänzen bestehende Kanäle wie Warn-Apps, Rundfunkdurchsagen und Lautsprecherwagen. Nach der Premiere am Warntag wird die Sprachwarnung an jedem ersten Mittwoch im Monat beim regulären Sirenentest wiederholt, während der Landkreis verbliebene Funklöcher im Netz analysiert.