164 Staaten stimmen für neue Weltkarte: Nur die USA votieren gegen Equal Earth
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Die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York stimmte über eine neue Weltkarten-Projektion ab.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat für die Einführung einer neuen Weltkarte gestimmt, die reale Kontinentalgrößen exakter abbildet. Insgesamt 164 Mitgliedsstaaten votierten im New Yorker UN-Hauptquartier für das Modell namens „Equal Earth“.
Einzig die Vereinigten Staaten stimmten gegen die Resolution. Die Regierungen von Estland, Georgien, Litauen, Marokko, Serbien und der Ukraine enthielten sich.
Verzerrte Größenverhältnisse auf klassischen Karten
Die bisher dominierende Mercator-Projektion stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Der flämische Geograf Gerhard Mercator entwickelte das Verfahren damals primär für Seefahrer, um Navigationsrouten als gerade Linien einzeichnen zu können.
Debatte in der UN-Generalversammlung
Die Mercator-Karte bildet Winkel und Formen präzise ab, verzerrt jedoch die tatsächlichen Flächenmaße drastisch. Regionen nahe den Polen erscheinen um ein Vielfaches vergrößert, während Gebiete entlang des Äquators optisch schrumpfen.
Auf herkömmlichen Wandkarten wirkt Grönland dadurch ähnlich groß wie der gesamte afrikanische Kontinent. In der Realität ist Afrika jedoch rund 14-mal größer.
Einsatz im Bildungswesen angekündigt
Togos Außenminister Robert Dussey erklärte vor dem Plenum, Karten prägten das weltweite Verständnis und die kollektive Wahrnehmung. Togo werde die Lehrmittel an seinen Schulen bis zum Jahresende austauschen, Frankreich kündigte einen ähnlichen Schritt an.
Kritiker bemängeln seit Langem, die historische Überdimensionierung der nördlichen Hemisphäre habe den globalen Süden über Jahrhunderte hinweg marginalisiert.
Ausnahme für Luft- und Seefahrt
Der Beschluss der UN-Generalversammlung besitzt symbolischen Charakter und ist völkerrechtlich nicht bindend. Auf der neuen „Equal Earth“-Projektion schrumpft die optische Fläche der USA im Vergleich zur Mercator-Darstellung deutlich.
Für die praktische Navigation auf See sowie im Luftraum bleibt das historische Mercator-System aufgrund seiner mathematischen Winkeltreue weiterhin im Einsatz.

