166 Milliarden Dollar Rückzahlung: US-Zollurteil beschert deutschen Konzernen Millionensegen
Aktuelle News
Nach einem Urteil des US Supreme Court müssen Milliarden an erhobenen Zöllen erstattet werden.
Ein Urteil des US Supreme Court sorgt für unerwartete Milliardenbewegungen in den Bilanzen internationaler Unternehmen. Weil Teile der von Donald Trump verhängten Sonderzölle für rechtswidrig erklärt wurden, müssen die US-Behörden insgesamt rund 166 Milliarden Dollar an Zolleinnahmen erstatten.
Die Entscheidung betrifft vor allem Abgaben, die auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act erhoben wurden. Bei der US-Zollbehörde CBP liegen bereits Anträge auf Rückerstattung über ein Volumen von 129 Milliarden Dollar vor.
Wer das Geld aus den USA erhält
Die Erstattungen fließen nicht automatisch an die Produzenten der exportierten Waren. Entscheidend ist, wer die Abgabe ursprünglich an den US-Zoll überwiesen hat – häufig waren das Importeure, Großhändler oder zwischengeschaltete Speditionen.
Zudem zeigte eine Analyse der Federal Reserve Bank of New York, dass ein Großteil der wirtschaftlichen Last dieser Zölle letztlich von US-Akteuren selbst getragen wurde.
Auswirkungen auf DHL, Siemens Healthineers und Daimler Truck
Beim Logistikkonzern DHL gingen im zweiten Quartal Rückzahlungen in Höhe von 416 Millionen Euro ein. Der operative Gewinn verändert sich dadurch jedoch kaum: Da DHL die Zölle damals im Auftrag von Kunden beglichen und weiterberechnet hatte, wird das Geld nun an diese weitergeleitet.
Anders stellt sich die Lage bei Siemens Healthineers dar. Das Unternehmen verbuchte im laufenden Geschäftsjahr eine Netto-Rückzahlung von über 200 Millionen Euro und hob seine Gewinnprognose um 15 Cent pro Aktie an.

Auch Daimler Truck korrigierte seine Ziele nach oben. Das bereinigte Konzern-EBIT für 2026 wird nun zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro erwartet – der Mittelwert steigt damit um 400 Millionen Euro, was der Hersteller neben der Nordamerika-Nachfrage direkt auf die sinkende Zollbelastung zurückführt.
Andere Zölle bleiben ein Milliardenrisiko
Trotz der Teilerstattungen bleibt das Zollumfeld für deutsche Exporteure angespannt. Maßnahmen auf Basis anderer Gesetze, etwa Section 232 des Trade Expansion Act für Stahl, Aluminium und Fahrzeugteile, sind vom Urteil nicht betroffen.
Bei der Mercedes-Benz Group dürften Zölle den Jahresgewinn 2026 trotz möglicher Erstattungen um knapp 1,5 Milliarden Euro schmälern.
Parallel dazu verschärft sich die Lage an anderen Fronten: Nach gescheiterten Gesprächen belegten die USA kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden Dollar mit 50-prozentigen Zöllen. Kanada kündigte daraufhin identische Gegenzölle auf US-Güter wie Stahl, Aluminium und Maschinen an.
