17 DFB-Kandidaten im 5:1-Casting: Wer Jürgen Klopp beim Bundesliga-Auftakt überzeugte
Aktuelle News
Jürgen Klopp nahm beim Bundesliga-Auftakt in München zahlreiche Nationalspieler unter die Lupe.
Das Eröffnungsspiel der Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart bot auf regennassem Rasen eine erstklassige Bühne für die Nationalmannschaft. Insgesamt 17 deutsche Profis kamen beim 5:1-Kantersieg der Münchner zum Einsatz.
Auf der Tribüne der Allianz Arena saß Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp und sammelte wichtige Eindrücke. Am 17. September nominiert Klopp seinen ersten Kader für die anstehenden vier Partien in der Nations League. Torhüter Manuel Neuer bleibt nach seinem Rücktritt außen vor – der Rest stand im direkten DFB-Casting.
Die Gewinner: Kimmich dirigiert, Pavlovic trifft, Bredlow rettet
Joshua Kimmich (FC Bayern): Der DFB-Kapitän trat als dominanter Taktgeber im Mittelfeld auf und steuerte zwei direkte Torvorlagen bei. Nach den Debatten der vergangenen Monate lieferte der 31-Jährige ein klares Statement auf dem Platz. Zu einem ersten Gespräch mit Klopp sagte Kimmich: „Wir haben uns einmal ausgetauscht, jeder konnte seine Sachen loswerden – aber das ist nichts, was ich der Presse unbedingt mitteilen möchte.“
Aleksandar Pavlovic (FC Bayern): Der 22-Jährige agierte an Kimmichs Seite gewohnt passsicher und ballsicher als zentraler Anker im Münchner Aufbau. Seinen starken Auftritt bis zur Auswechslung in der 84. Minute krönte er mit dem Treffer zum 4:1.
Jürgen Klopp am Sky-Mikrofon beim Bundesliga-Auftakt.
Fabian Bredlow (VfB Stuttgart): Fünf Gegentreffer lesen sich bitter, doch Stuttgarts Torhüter verhinderte mit starken Paraden ein noch größeres Debakel. „Wenn er nicht so einen überragenden Tag hat, kassierst du acht oder neun“, betonte VfB-Angreifer Deniz Undav nach Abpfiff. Bredlow dürfte damit bei Klopp einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Licht und Schatten: Ein Experiment und Stuttgarter Bemühen
Nathaniel Brown (FC Bayern): Wie schon im Supercup lief der Neuzugang überraschend auf der Spielmacherposition auf. „Brown auf der Zehn! Da haben wir mal einen Linksverteidiger, und Kompany stellt ihn auf die Zehn“, kommentierte Klopp die Personalie vor dem Anpfiff. Brown agierte bemüht, fand jedoch selten Bindung zum Spiel und verzeichnete bis zu seiner Auswechslung in der 61. Minute die wenigsten Ballkontakte aller Bayern-Feldspieler.
Finn Jeltsch (VfB Stuttgart): Der Innenverteidiger sah sich in der mutigen Stuttgarter Manndeckung enormem Druck ausgesetzt. Über weite Strecken löste Jeltsch seine Aufgaben ordentlich und untermauerte seine Ambitionen auf ein baldige Berufung ins A-Team.
Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart): Auf der linken Außenbahn initiierte er unter anderem den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. In den direkten Defensivduellen mit Michael Olise hatte Mittelstädt allerdings wie die gesamte VfB-Abwehr oft das Nachsehen.
Josha Vagnoman rutscht beim Klärungsversuch in das eigene Tor.
Josha Vagnoman (VfB Stuttgart): Erlebte turbulente Spielminuten: Erst traf er per sehenswerter Direktabnahme zum 1:1, kurz darauf rutschte er bei einer Rettungsaktion auf dem nassen Geläuf ins eigene Netz ab. Körperlich hielt er gegen Luis Diaz lange stark dagegen.

Jamie Leweling (VfB Stuttgart): Kam nach 62 Minuten als Einwechselspieler auf den Platz. In dieser Phase überrollte der FC Bayern die Gäste, weshalb Leweling offensiv keine Akzente mehr setzen konnte.
Die Enttäuschten im DFB-Fokus
Jeff Chabot (VfB Stuttgart): Meldete Harry Kane über 90 Minuten komplett ab, sodass der Bayern-Stürmer ohne eigenen Torabschluss blieb. Dennoch trug Chabot Mitschuld an den enormen Lücken im Abwehrzentrum, die München nach der Pause gnadenlos bespielte.
Stuttgarter Mittelfeldachse verliert den Zugriff
Angelo Stiller (VfB Stuttgart): Fand im Mittelfeldzentrum zu keinem Zeitpunkt die gewohnte Ruhe und Kontrolle. Ohne Zugriff in der Rückwärtsbewegung stieß der Spielgestalter gegen das Münchner Pressing klar an seine Grenzen.
Angelo Stiller und Grischa Prömel attackieren Harry Kane.
Grischa Prömel (VfB Stuttgart): Der Neuzugang aus Hoffenheim enttäuschte als Abräumer vor der Abwehr. Eine Zweikampfquote von lediglich 22 Prozent verdeutlichte die Stuttgarter Probleme im Umschaltspiel.
Deniz Undav (VfB Stuttgart): Der neue VfB-Kapitän hing im Angriff über weite Strecken völlig in der Luft. Mit nur 29 Ballkontakten bis zu seiner Auswechslung in der 74. Minute blieb Undav wirkungslos.
Dzenan Pejcinovic (VfB Stuttgart): Nach drei Pokaltoren gegen Rostock und 41 Treffern in 49 U-Länderspielen fehlte dem 21-Jährigen in der Allianz Arena die Durchschlagskraft. Trotz der unauffälligen 62 Minuten bleibt Pejcinovic auf Klopps Zettel; am Montag steht in Stuttgart ein persönliches Treffen an.
Späte Einwechslungen ohne Bewertung
Für eine fundierte Benotung kamen drei Münchner zu spät in die Partie:
- Tom Bischof (FC Bayern, eingewechselt ab der 84. Minute)
- Lennart Karl (FC Bayern, eingewechselt ab der 84. Minute)
- Jonathan Tah (FC Bayern, eingewechselt ab der 84. Minute)



