18 Tote und über 2.000 Brände: Daten enthüllen extremes Risiko durch E-Bike-Akkus
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Defekte oder unsachgemäß modifizierte Akkus von E-Bikes und E-Scootern bergen schwere Brandrisiken.
Brände durch Lithium-Ionen-Akkus in E-Bikes und E-Scootern enden immer häufiger katastrophal. Eine Auswertung der BBC auf Basis von Daten aus 41 britischen Feuerwehren belegt zwischen 2019 und 2025 mehr als 2.000 Akkubrände. 18 Menschen starben bei diesen Vorfällen, knapp 700 erlitten Verletzungen.
Gefahrenzone Wohnung: Fatale Folgen durch Billig-Teile
Fast die Hälfte der registrierten Brände brach in Wohnräumen oder Garagen aus. Häufigste Ursache sind minderwertige Importe oder nachträgliche Basteleien.
Pam Oparaocha, Assistant Commissioner der Londoner Feuerwehr, warnt vor riskanten Käufen: „Aus unseren Ermittlungen wissen wir, dass bei vielen der Brände Gebrauchtfahrzeuge beteiligt waren oder dass das Fahrrad mit online gekauften Teilen umgebaut worden war.“ Nicht zertifizierte Umrüstsätze und gebrauchte Modelle werden im Netz teilweise ab umgerechnet etwa 175 Euro (150 Pfund) angeboten.
Einige Faktoren erhöhen das Brandrisiko von E-Scootern und E-Bikes.
Plötzliche Explosionen und toxische Gase
Wenn ein Lithium-Ionen-Akku thermisch durchgeht, bleibt den Bewohnern meist keine Reaktionszeit. Die gespeicherte Energie entlädt sich explosionsartig.
Dr. Simon Jones von der University of Warwick betont, dass brennende Trümmerteile meterweit herausgeschleudert werden können. Innerhalb von Sekunden steht oft ein ganzes Zimmer in Flammen, wodurch Fluchtwege abgeschnitten werden. Zudem setzen die brennenden Batteriezellen hochgiftige Dämpfe frei, die schwere gesundheitliche Schäden verursachen.

Die zentralen Risikofaktoren für Akkubrände
Das britische Amt für Produktsicherheit und Normen stuft das Brandrisiko besonders in folgenden Fällen als extrem hoch ein:
- Verwendung nicht kompatibler oder billiger Ersatz-Ladegeräte
- Nachträgliche Umbauten an Motor, Akku oder Elektronik
- Versteckte mechanische Beschädigungen nach Stürzen
- Gefälschte Komponenten oder mangelhafte Produktionsstandards
- Nichteinhaltung grundlegender Sicherheitsvorschriften
Millionen E-Fahrzeuge in deutschen Haushalten
Auch in Deutschland wächst der Bestand rasant. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es 2023 in privaten deutschen Haushalten rund 1,4 Millionen E-Scooter und 12,2 Millionen zulassungsfreie E-Bikes. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 lag die Zahl der E-Bikes noch bei 3,8 Millionen.
Eine zentrale, bundesweite Brandstatistik speziell für Akkus von E-Scootern und Pedelecs existiert in Deutschland bislang nicht. Feuerwehren raten bei einer Rauchentwicklung an Akkus dazu, umgehend den Raum zu verlassen, Türen zu schließen und sofort den Notruf 112 zu wählen.

