18,10 Euro Stundenlohn bei Deloitte: 21-Jähriger bricht Gehaltstabu und zeigt Abrechnung
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Immer mehr junge Beschäftigte sprechen offen über ihr Einkommen.
Der 21-jährige Nicolaj Gram studiert im dänischen Odense und arbeitet parallel 20 Stunden pro Woche als Business Analyst beim Beratungsriesen Deloitte. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Überprüfung von Mandanten auf Geldwäscheaktivitäten.
Für diese Tätigkeit erhält er einen Stundenlohn von 135 dänischen Kronen, was etwa 18,10 Euro entspricht. In seinem privaten Umfeld hatten viele Bekannte zuvor gänzlich andere Vorstellungen über seine Verdienstmöglichkeiten.
Erwartungen versus Realität: Kein Budget für Luxuswagen
„Als ich anfing, hier zu arbeiten, hatten viele meiner Freunde die Erwartung, dass ich mir wohl bald einen Ferrari leisten würde“, berichtete Gram dem dänischen Regionalsender TV 2 Fyn. Der Name des globalen Konzerns wecke bei Außenstehenden oft falsche Assoziationen mit Millionengehältern.
Tatsächlich wies seine Gehaltsabrechnung für den Monat Juli einen Verdienst von umgerechnet rund 975 Euro aus. Viele Menschen seien überrascht, wie gering die Bezahlung für Einsteiger in studentischen Positionen tatsächlich ausfällt.
Mit der Veröffentlichung seiner Abrechnung möchte Gram jungen Berufseinsteigern helfen, realistische Gehaltserwartungen zu entwickeln. Ein offener Austausch ermögliche es gerade unerfahrenen Kräften, den eigenen Marktwert besser einzuschätzen.
Gehaltsexpertin: Enttabuisierung bei jüngeren Generationen
Die Gehaltsexpertin Caroline Rønne befürwortet den offenen Umgang mit Einkommensdaten. Ein transparenter Vergleich im Bekanntenkreis schaffe Orientierung über das branchenübliche Gehaltsgefüge für konkrete Positionen.

Ein pragmatischer Blick auf das Einkommen
Dass jüngere Beschäftigte ihre Gehaltszettel teilen, wertet Rønne als Zeichen eines grundlegenden Kulturwandels. Die Generation Z empfinde das Thema Bezahlung nicht mehr im selben Maße als Tabu und trenne Arbeit pragmatisch von der eigenen Persönlichkeit.
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Transparenz und Einkommensregeln in Deutschland
Auch in Deutschland wächst die Offenheit beim Thema Geld vor allem unter jungen Menschen. Laut einer Stepstone-Erhebung sprechen rund 75 Prozent der unter 30-Jährigen offen mit Kollegen und Bekannten über ihr Einkommen – bei den über 30-Jährigen tut dies nicht einmal die Hälfte. Zudem wünschen sich 82 Prozent transparente Angaben direkt in Stellenanzeigen.
Für Studierende in Deutschland sind neben dem Bruttolohn versicherungsrechtliche Grenzen maßgeblich. Bis zu einer Grenze von 603 Euro monatlich gilt eine Beschäftigung als Minijob, wodurch keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung anfallen.
Werkstudenten, die mehr als 603 Euro verdienen, bleiben versicherungsfrei in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung, solange die Arbeitszeit während der Vorlesungszeit maximal 20 Wochenstunden beträgt. Im sogenannten Übergangsbereich bis 2.000 Euro greifen für Beschäftigte reduzierte Sozialabgaben.

