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18,5 Kilogramm Silberschatz: Rekordfund aus der Wikingerzeit bei Gartenarbeit entdeckt

Silbermünzen und Fragmente aus dem Wikinger-Schatzfund in Rebild Aktuelle News

Der spektakuläre Silberschatz aus Nordjütland umfasst rund 700 historische Einzelteile.

Bei Bauarbeiten für eine Terrasse in Rebild (Nordjütland) ist der bislang größte bekannte Silberschatz aus der dänischen Wikingerzeit ans Licht gekommen. Nach Angaben des dänischen Museumsverbunds Nordjyske Museer wiegt der Fund aus dem 10. Jahrhundert insgesamt 18,5 Kilogramm.

Damit übertrifft das Depot den bisherigen dänischen Rekordhalter, den Terslev-Schatz mit 6,6 Kilogramm Silber, um fast das Dreifache.

Rund 700 Objekte in einem Tongefäß und im Erdreich

Der Fund ereignete sich im Juni auf einem Privatgrundstück. Der Finder beschrieb die Entdeckung als die größte Überraschung seines Lebens bei einer eigentlich simplen Gartenarbeit.

Der Schatz enthält sowohl arabische als auch angelsächsische Münzen, was von engen Verbindungen zu Europa und Gebieten weit im Osten während der Wikingerzeit zeugt.
Arabische und angelsächsische Münzen aus dem Fundkomplex in Rebild.

Die Archäologen bargen rund 700 Artefakte und Fragmente. Neben Barren, Armringen und zerteiltem Hacksilber umfasst das Ensemble 47 intakte Münzen, diverse Münzbruchstücke sowie einen kleinen Mjölnir-Anhänger, das Symbol für Thors Hammer.

Etwa 320 Stücke mit einem Gesamtgewicht von 6,4 Kilogramm lagen geschützt in einem Tongefäß. Das restliche Silber war im umgebenden Erdreich verteilt.

Handelsnetzwerke von England bis in den Orient

Der Hort spiegelt die weitreichenden Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Wikingerzeit wider. Im Fundgut befinden sich sowohl angelsächsische als auch arabische Münzprägungen.

18,5 Kilogramm Silberschatz: Rekordfund aus der Wikingerzeit bei Gartenarbeit entdeckt

Zwei angelsächsische Silberpfennige aus der Regierungszeit von König Eduard dem Älteren liefern den Forschern entscheidende Hinweise zur Datierung des Hortes.

Auf einem der Silberbarren des Schatzes sind Runen eingraviert. Dort steht möglicherweise „hutu“ – es könnte sich um einen Namen, eine Eigentumsmarkierung oder eine andere bedeutungsvolle Kennzeichnung handeln.
Eingravierte Runen auf einem der geborgenen Silberbarren.

Auf einem der Silberbarren entdeckten die Wissenschaftler eingravierte Runen, die vorläufig als „hutu“ gedeutet werden. Dies könnte ein Personenname oder ein Besitzvermerk sein.

Silber als universelles Zahlungsmittel

Kulturarvschef Torben Sarauw vergleicht den Fund mit einem Tresor der Wikingerzeit. In der damaligen Wirtschaft wurden Barren, Schmuck und zerkleinertes Silber nach reinem Gewicht als Tausch- und Zahlungsmittel eingesetzt.

Depots wie das in Rebild dienten häufig als reine Vermögenssicherung und wurden nicht ausschließlich in akuten Krisenzeiten im Boden vergraben.