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2.400 Jahre alte Festung am Mainufer: Kran birgt 250 Kilo schwere Eichenbalken in Aschaffenburg

Bergung historischer Eichenbalken aus der Eisenzeit am Mainufer in Aschaffenburg Aktuelle News

In Aschaffenburg wurden jahrtausendealte Eichenbalken aus einer Baugrube geborgen.

Bei Tiefbauarbeiten am Mainufer im unterfränkischen Aschaffenburg stießen Bauarbeiter im März auf historische Holzstrukturen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege konnte die Funde nun präzise datieren: Die Eichen wurden zwischen 372 und 352 vor Christus in der Eisenzeit gefällt.

Inzwischen ist das erste Drittel der massiven Hölzer geborgen. Die Entdeckung gilt in der Fachwelt als archäologische Sensation und liefert neue Erkenntnisse über antike Bautechniken.

Schwere Balken mit dem Kran geborgen

Ein Baukran beförderte die drei bis vier Meter langen und 200 bis 250 Kilogramm schweren Balken aus der Baugrube. Restauratoren säuberten die Hölzer unmittelbar nach der Bergung und bereiteten sie für eine dauerhafte Nasslagerung vor.

Im nächsten Schritt fertigen Experten dreidimensionale Laserscans von jedem einzelnen Bauteil an. An den Hölzern sind Bearbeitungsspuren von eisenzeitlichen Werkzeugen wie Beilen und Dechseln erhalten, die direkte Rückschlüsse auf das antike Handwerk zulassen.


Archäologische Ausgrabungsstätte mit historischen Hölzern am Mainufer in Aschaffenburg.

Mächtige Wehranlage am Flussufer

Langfristig sollen Teile der Balken und der zugehörigen Steinmauer konserviert und im Aschaffenburger Stiftsmuseum ausgestellt werden. Noch ist der genaue Zweck des gesamten Komplexes nicht vollständig geklärt.

2.400 Jahre alte Festung am Mainufer: Kran birgt 250 Kilo schwere Eichenbalken in Aschaffenburg

„Wozu die Anlage diente, wissen wir noch nicht. Wir vermuten, dass es den Zugang vom Main hinauf zur Siedlung schützte“, erklärt Stefanie Berg, Leiterin der Abteilung Bodendenkmalpflege am Landesamt.

Möglicher Umschlagplatz für Schiffe

Direkt vor dem massiven Bauwerk aus Trockenmauern und Holzbalken befand sich eine Plattform zum Fluss hin. Archäologen vermuten, dass hier Boote anlegten, um Waren und Lasten umzuladen.

Die Eichen wurden damals im Spessart geschlagen und zusammen mit den Steinen über den Main transportiert. Vor Ort fügten Handwerker die Materialien zu einer weithin sichtbaren Konstruktion zusammen, die den strategisch wichtigen Ort absicherte.