2.700 Kilometer für ein Telefonat: Künstler kämpft für eine Telefonzelle
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Die Telefonzelle in Einacleit ist eines der letzten Modelle mit Doppeltür.
William Arnold hat eine Mission, die ihn quer durch Großbritannien führte. Der Künstler legte eine Strecke von insgesamt 2.735 Kilometern zurück, um ein einziges Ziel zu erreichen: den Betrieb einer abgelegenen Telefonzelle auf der schottischen Insel Lewis zu sichern.
Die Regulierungsbehörde Ofcom schreibt für den Fortbestand solcher Anlagen eine Mindestanzahl von 52 Gesprächen pro Jahr vor. Arnold trat die Reise aus Cornwall an, um genau diese Quote zu erfüllen.
Sturm und harte Arbeit in Einacleit
Vor Ort erwartete den 43-Jährigen kein einfacher Job. Die Telefonzelle im schottischen Einacleit ist ein seltenes Modell mit einer Doppeltür – konstruiert, um den extremen Stürmen der Region zu trotzen.
Arnold verbrachte fast zwei Stunden im Inneren der Zelle, um die geforderten Anrufe zu tätigen. Insgesamt investierte er 36 Pfund (etwa 42 Euro) in Münzgeld, um sicherzustellen, dass die Verbindungspunkte vor Ort aktiv bleiben.
Ein Signal für den ländlichen Raum
„Das Projekt ist ein bisschen lächerlich und komisch“, gibt Arnold gegenüber der BBC zu. Doch er betont den ernsten Hintergrund seines Engagements: „Diese Telefonzellen auf dem Land sind oft lebenswichtige Verbindungsadern.“

Seit 2022 setzt er sich aktiv für den Erhalt dieser Infrastruktur ein. Mit seiner Aktion möchte er vor allem die lokale Bevölkerung dazu motivieren, die Zelle künftig wieder selbst zu nutzen, damit sie nicht aufgrund mangelnder Nutzung abgebaut wird.
Der Status quo in Deutschland
Während in Großbritannien noch um einzelne Standorte gekämpft wird, ist das Kapitel der klassischen Telefonzelle in Deutschland bereits weitgehend geschlossen. Vor drei Jahren stellte die Deutsche Telekom den Betrieb ihrer letzten Anlagen endgültig ein.
Vollständig aus dem Stadtbild verschwunden sind die Häuschen dennoch nicht. Von den ehemals rund 12.000 Standorten in etwa 1.800 Städten existieren noch immer Reste.
Die Demontage gestaltet sich jedoch zäh. Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet, wurden öffentliche Telefone zwar aus 70 Prozent der betroffenen Städte entfernt, doch der Prozess ist komplex. Genehmigungen für Tiefbauarbeiten und das Abklemmen von Stromleitungen verzögern den vollständigen Rückbau oft um Monate.
