2 Tore in 9 Minuten: SV Elversberg düpiert Leverkusen beim historischen Bundesliga-Debüt
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Der Neuling aus dem Saarland startete mit einem historischen Erfolg in das Abenteuer Bundesliga.
Der 59. Verein der Bundesliga-Historie hat sich mit einem Paukenschlag im deutschen Oberhaus angemeldet. Nach gerade einmal neun gespielten Minuten lag Aufsteiger SV Elversberg gegen Bayer Leverkusen bereits mit 2:0 vorn.
Laut Daten des Statistikportals Opta gelang keinem Liganeuling zuvor ein solch schneller Doppelpack bei seiner Premiere. Lukas Petkov traf in der 8. Minute zur Führung, ehe Cole Campbell nur sechzig Sekunden später auf 2:0 erhöhte.
Rekordstart und Leverkusener Fehlkalkulation
„Wir haben uns eiskalt überrumpeln lassen“, bilanzierte Leverkusens Torhüter Mark Flekken nach Abpfiff am Sky-Mikrofon. David Mokwa Ntusu legte unmittelbar nach dem Seitenwechsel (46.) sogar das 3:0 für die Saarländer nach.
Leverkusen verkürzte in der Schlussphase durch Patrik Schick (77.) und Christian Kofane (90.+1) noch auf 2:3, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden. Sky-Experte Lothar Matthäus übte deutliche Kritik am Favoriten: Die Rheinländer hätten die Partie komplett unterschätzt und seien über 70 Minuten gedanklich gar nicht auf dem Platz gewesen.
Elversbergs Lukasz Poręba im Zweikampf mit Leverkusens Alfonso Moreira.
SVE-Trainer Vincent Wagner hatte das Projekt Bundesliga im Vorfeld als „Reise zum Mars“ bezeichnet. Abseits der finanziellen Diskrepanzen habe seine Mannschaft jedoch bewiesen, dass sie sportlich auf diesem Niveau dagegenhalten könne.
Container-Kabinen und Baustellen-Charme im 13.000-Einwohner-Ort
Mit der Gemeinde Spiesen-Elversberg stellt das Saarland den kleinsten Standort der Bundesliga-Geschichte. Rund 13.000 Menschen leben in dem Ort, der weder über einen eigenen Bahnhof noch über ein fertig ausgebautes Stadion verfügt.

Die Spielerkabinen der Ursapharm-Arena sind während der laufenden Umbauarbeiten provisorisch in einem Containerdorf untergebracht. Zudem führt lediglich eine einzige Zufahrtsstraße zur Spielstätte, was an Spieltagen regelmäßig für Staus sorgt.
Blick auf die Baustelle der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde.
Geschäftsstelle und Trainingszentrum des Klubs befinden sich ausgelagert im benachbarten St. Ingbert, da der Platz am Stadionareal stark limitiert ist.
Wirtschaftliches Fundament durch Pharma-Umsätze
Getragen wird der sportliche Aufstieg maßgeblich von der Familie Holzer. Aufsichtsratschef Frank Holzer, früher selbst Bundesliga-Profi bei Eintracht Braunschweig, fungiert mit seinem Pharmaunternehmen Ursapharm seit vielen Jahren als Hauptsponsor.
Sein Sohn Dominik leitet als Präsident die Geschicke des Vereins und führt gemeinsam mit seinem Vater das Unternehmen, das jährlich rund 350 Millionen Euro umsetzt. In zwei Wochen steht für die Saarländer das nächste Heimspiel an: Dann empfängt der Liga-Neuling den FC Bayern München an der Kaiserlinde.


