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20.000 Wohnungen ohne eigenes WC: Warum Dänemarks Nasszellen Touristen verblüffen

Kompaktes Badezimmer im skandinavischen Stil Aktuelle News

In vielen dänischen Wohnungen teilen sich Dusche, Toilette und Waschbecken wenige Quadratmeter.

In Deutschland gehört die klassische Duschkabine oder Badewanne mit fester Trennwand zum Standard in fast jeder Wohnung. Wer jedoch eine dänische Wohnung betritt, erlebt bei der Körperpflege oft eine Überraschung.

In vielen Altbauten unseres nördlichen Nachbarlandes existiert keine getrennte Kabine. Stattdessen stehen die Bewohner direkt nach dem Betreten des Raumes mitten in der Dusche.

Das Prinzip Wet Room: Minimalismus auf wenigen Quadratmetern

Das Konzept basiert auf dem sogenannten „Wet Room“. Der gesamte Raum ist wasserfest gefliest und abgedichtet. Ein Duschvorhang trennt die Brause oft nur notdürftig von der Toilette oder dem Waschbecken ab.

Das Wasser fließt direkt über den leicht geneigten Boden in einen zentralen Abfluss in der Raummitte ab. Nach dem Duschen steht folglich oft das gesamte Badezimmer unter Wasser, was den Einsatz eines Bodenabziehers unverzichtbar macht.

Ein
Ein kompaktes dänisches Badezimmer mit integrierter Duschfunktion auf engem Raum.

Historische Altbauten als Ursache für Mini-Bäder

Der TikToker Kyle Fitzpatrick dokumentierte das Phänomen in einem viralen Clip aus einer Wohnung in Kopenhagen. Die Handbrause war direkt neben dem Waschbecken angebracht, ein Vorhang schützte lediglich die Eingangstür – dahinter befand sich unmittelbar das Treppenhaus.

Solche Konstruktionen sind keine Seltenheit. In manchen älteren Gebäuden wurde die Dusche nachträglich sogar in abgetrennte Bereiche von Schlafzimmern, Küchen oder Wohnzimmern integriert.

20.000 Wohnungen ohne eigenes WC: Warum Dänemarks Nasszellen Touristen verblüffen

Rund 20.000 Wohnungen ohne eigenes Badezimmer

Laut Kristine Viren, Kommunikationsleiterin eines dänischen Wissenszentrums, verfügen landesweit knapp 20.000 Wohnungen über keine eigene Toilette. Bewohner dieser Einheiten müssen sich sanitäre Anlagen auf dem Hausflur teilen.

Der Grund liegt in der Baugeschichte: Vor über 100 Jahren wurden viele Mehrfamilienhäuser komplett ohne private Badezimmer errichtet. Durch Denkmalschutz und beengte Grundrisse lassen sich moderne, geräumige Bäder heute vielerorts kaum nachrüsten.

Hygge-Philosophie und Lebenszufriedenheit

Trotz der beengten Raumverhältnisse setzen dänische Einrichtungen auf Funktionalität und das Lebensgefühl „Hygge“. Zweckmäßigkeit und gemütliches Wohnen stehen im Vordergrund, während eine zentrale Lage in Großstädten höher bewertet wird als reine Quadratmeterzahlen.

Der Zufriedenheit scheint dies nicht zu schaden: Im „World Happiness Report“ belegt Dänemark regelmäßig Spitzenplätze und landete zuletzt auf Rang drei hinter Finnland und Island, während Deutschland Platz 17 belegte.