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20-Minuten-Notruf aus dem Kofferraum: Tödliches Verbrechen auf der Autobahn A1

20-Minuten-Notruf aus dem Kofferraum: Tödliches Verbrechen auf der Autobahn A1 Aktuelle News

20-Minuten-Notruf aus dem Kofferraum: Tödliches Verbrechen auf der Autobahn A1

Auf der italienischen Autobahn A1 bei Barberino del Mugello hat sich ein schweres Verbrechen ereignet. Der 36-jährige Federico Vella entführte seine 45-jährige Ex-Partnerin Lorena Isceri und stieß sie von einem Autobahnviadukt in die Tiefe, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Während der Fahrt im Kofferraum gelang es dem Opfer, rund 20 Minuten lang mit der Notrufzentrale der Polizei zu sprechen. Die Einsatzkräfte konnten das Fahrzeug über das Mobiltelefonsignal orten, trafen jedoch wenige Augenblicke zu spät am Tatort ein.

Hinterhalt in der Garage und Notruf aus dem Kofferraum

Die Staatsanwaltschaft Florenz geht von einer akribisch geplanten Tat aus. Vella hatte sich in der Garage der 45-Jährigen am Stadtrand von Florenz versteckt und die Lichtschranken des Tors mit Klebeband manipuliert, um das Schließen zu verhindern.

Als die Frau nach Hause kam, schlug er sie bewusstlos, fesselte ihre Handgelenke mit mitgebrachten Kabelbindern und sperrte sie in den Kofferraum ihres eigenen Wagens. Danach setzte er sich ans Steuer und fuhr auf die Autobahn.

Im Kofferraum befand sich auch die Handtasche des Opfers. Isceri schaffte es, die Fesseln zu lockern, ihr Smartphone zu greifen und den Notruf 112 zu wählen, mit dem sie während der gesamten Fahrt in Kontakt blieb.


Lorena Isceri und Federico Vella

Die letzten Worte vor dem Sturz

Als Vella bemerkte, dass seine Ex-Partnerin telefonierte, hielt er das Fahrzeug auf einem Viadukt der A1 an. Auf der Notrufaufzeichnung ist seine Frage „Was machst du da?“ zu hören, bevor die Verbindung abrupt abbrach.

Der Täter riss die Frau aus dem Wagen, zerrte sie über die Fahrbahn und warf sie über die Brüstung des Viadukts mehrere Dutzend Meter in die Tiefe. Ob das Opfer zu diesem Zeitpunkt noch lebte, ist Gegenstand der rechtsmedizinischen Untersuchung.

Als die ersten Streifenwagen eintrafen, reagierte der 36-Jährige mit wirren Aussagen auf die Beamten. Kurz darauf sprang er vor den Augen der Polizisten ebenfalls vom Viadukt. Zuvor hatte er in sozialen Netzwerken einen Abschiedsgruß veröffentlicht.

Ermittler werten Bodycams und Fahrzeugdaten aus

Die Ermittlungsbehörden haben eine Obduktion beider Leichen angeordnet. Die Rechtsmediziner prüfen, ob die tödlichen Verletzungen der 45-Jährigen durch den Aufprall oder durch vorangegangene Gewalteinwirkung entstanden sind und ob der Täter unter Drogeneinfluss stand.

Zusätzlich wurden die Mobiltelefone beider Personen beschlagnahmt. Ermittler analysieren nun die Aufnahmen der Autobahnüberwachungskameras sowie das Videomaterial der polizeilichen Bodycams, um den exakten Ablauf der Tat zu rekonstruieren.