21-jähriger CEO trifft auf 26-jährigen Kommunisten: TV-Streit über Reichtum und Umverteilung
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Moderator Daniel Frevel moderiert die Debatte im NDR-Format „Oha!“.
Ein junger Start-up-Chef und ein Fotograf mit marxistischer Haltung an einem Tisch: Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern setzt das NDR-Format „Oha!“ (abrufbar in der ARD-Mediathek) auf den direkten Schlagabtausch. Moderator Daniel Frevel konfrontiert zwei Gäste aus gegensätzlichen Lagern mit der Grundfrage: „Arm und Reich – ist das gerecht?“
Leistungsethos gegen Systemkritik
Paul Louis Kiesow (21) aus dem Landkreis Rostock hat bereits erreicht, wovon viele träumen. Als Mitgründer und CEO des Wasserstoff-Start-ups Hydra setzt er voll auf Leistung. „Wenn alle Leute 110 Prozent geben, können sie auch alle etwas aus sich machen“, erklärt der 21-Jährige, für den Nichtstun keine Option darstellt.
Dem widerspricht Niklas Kobs (26), Fotograf aus Schwerin. Am Monatsende bleibe bei ihm nichts übrig. Wer 110 oder 120 Prozent gebe, werde hierzulande nicht zwingend wohlhabend, sondern oft nur in den Burnout getrieben. Für ihn sind Arbeitgeber vor allem Leistungsempfänger, die vom Einsatz der Beschäftigten profitieren – daher fordert er eine gezielte Umverteilung.
Zwei unvereinbare Menschenbilder
Für Niklas liegt der Ausweg im echten Sozialismus oder Kommunismus. Als positives Beispiel nennt er Kuba und führt die dortige Notlage rein auf das US-Handelsembargo zurück.
An diesem Punkt offenbart sich die grundlegende Differenz: Während Paul davon ausgeht, dass Menschen naturgemäß nach mehr streben als ihr Umfeld, betrachtet Niklas den Menschen als zutiefst solidarisches Wesen.

Moderator Daniel Frevel im NDR-Talkformat
Überraschende Schnittmengen beim CSD
Trotz der ideologischen Gräben entdecken beide Gemeinsamkeiten. Beide kritisieren, dass öffentliche Gelder eher in Rüstung statt in Bildung fließen.
Beim CSD in Schwerin einigen sich beide zudem rasch auf den Slogan eines Demonstrationsplakats: „Menschen arbeiten – Geld arbeitet nicht.“
Verständnis statt Konfrontation
Das Konzept der Sendung zielt darauf ab, Meinungsverschiedenheiten auszuhalten und Hintergründe zu erfragen, anstatt die Fronten weiter zu verhärten.
Am Ende treffen sich der Gründer und der Fotograf zu einer kurzen Meditation am Hafen wieder. Trotz aller Differenzen betonen beide den gegenseitigen Respekt.

