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212 Milliarden Kubikmeter: Iran meldet riesigen Gasfund nach schweren Infrastruktur-Treffern

Industrielle Erdgasförderanlage im Nahen Osten Aktuelle News

Der Iran sitzt auf den zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, kämpft jedoch mit zerstörter Infrastruktur.

Der Iran hat nach offiziellen Angaben ein neues Erdgasvorkommen mit einem Volumen von mehr als 212 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Die Ankündigung erfolgt in einer Phase akuter Versorgungsnot, nachdem Angriffe der USA und Israels erhebliche Teile der iranischen Energie-Infrastruktur lahmgelegt haben.

Milliardenschweres Vorkommen in der Provinz Fars

Nach Angaben des iranischen Ölministers Mohsen Paknejad befindet sich die neu entdeckte Lagerstätte in der südlichen Region Fars. Rund 73 Prozent des enthaltenen Erdgases sollen technisch förderbar sein.

Das spanische Portal „Lavanguardia“ bezifferte das Volumen unter Berufung auf das Ministerium auf den Gegenwert einer 15-jährigen Förderung aus einer einzelnen Phase des Gasfelds South Pars. Neben Erdgas beinhaltet das Feld wertvolle Gaskondensate im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

Eine zügige Erschließung ist laut Regierung geplant. Wie schnell neue Förderanlagen unter den Bedingungen anhaltender militärischer Angriffe aufgebaut werden können, bleibt jedoch offen.

Verlust von 25 Prozent der heimischen Versorgung

Schwere Schäden am weltgrößten Gasfeld South Pars

Das Gasfeld South Pars deckt unter regulären Bedingungen mehr als 70 Prozent des iranischen Gasbedarfs und erreichte Spitzenwerte von bis zu 722 Millionen Kubikmetern pro Tag. Zudem bildet es das Rückgrat der heimischen Petrochemie- und Treibstoffproduktion.

Erfan Afazeli, Generalsekretär des Verbands der iranischen Erdölindustrie, bestätigte massive Ausfälle durch israelische Angriffe seit März. Rund ein Drittel der Kapazität von South Pars sei zerstört, was einem Verlust von etwa einem Viertel der gesamten Gasversorgung des Landes entspricht.

212 Milliarden Kubikmeter: Iran meldet riesigen Gasfund nach schweren Infrastruktur-Treffern

Experten warnen vor drastischen Engpässen im Winter. Dass Teheran unmittelbar nach diesen Hiobsbotschaften einen Rekordfund vermeldet, lässt sich von unabhängiger Seite derzeit nicht überprüfen.

Hoher Eigenverbrauch verhindert Exporte

Mit nachgewiesenen Reserven von rund 34 Billionen Kubikmetern verfügt der Iran über die zweitgrößten Gasvorkommen weltweit nach Russland. Zwischen 2014 und 2024 stieg die Förderung jährlich um durchschnittlich 4,1 Prozent.

Trotz der gewaltigen Reserven spielt das Land auf dem Weltmarkt kaum eine Rolle als Exporteur. Der Iran gehört neben den USA, Russland und China zu den größten Gasverbrauchern weltweit.

Laut Daten des Center on Global Energy Policy fließt ein Großteil der Energie in private Haushalte und die heimische Industrie. In den bergigen Landesteilen sinken die Temperaturen im Winter regelmäßig auf bis zu minus 15 Grad.

Auf den europäischen und deutschen Markt hat der Fund keine Auswirkungen. Westliche Sanktionen, fehlende Pipelinerouten und die Unzuverlässigkeit iranischer Lieferungen schließen Gasimporte nach Deutschland vollständig aus.