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23. September und Herbstanfang: Was hinter der Tagundnachtgleiche steckt

Herbstliche Natur mit bunten Blättern und Sonneneinstrahlung zur Tagundnachtgleiche Aktuelle News

Das Herbstäquinoktium markiert auf der Nordhalbkugel den astronomischen Beginn der dunkleren Jahreszeit.

Der offizielle Herbstanfang fällt auf den 23. September und markiert als astronomische Tagundnachtgleiche den Punkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden überschreitet. Während dieser Moment auf der Nordhalbkugel den Übergang in die kältere Jahreshälfte einleitet, beginnt auf der Südhalbkugel der Frühling.

Hinter diesem Datum stehen nicht nur physikalische Besonderheiten der Erdumlaufbahn, sondern auch uralte Erntetraditionen wie das keltische Mabon sowie der astrologische Wechsel in das Sternzeichen Waage. Doch die weit verbreitete Annahme über die exakte Aufteilung von Licht und Schatten hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.

Der Mythos der exakt 12 Stunden: Warum der Tag länger ist

Rein rechnerisch stehen sich Tag und Nacht am Äquinoktium in perfekter Balance gegenüber, da das Sonnenlicht beide Erdhalbkugeln nahezu gleichmäßig erreicht. In der Praxis ist der lichte Tag am 23. September jedoch an fast allen Orten etwas länger als zwölf Stunden.

Für diese zeitliche Verschiebung sorgen zwei physikalische Faktoren:

  • Definition von Sonnenauf- und -untergang: Als Aufgang gilt nicht der Moment, in dem der geometrische Mittelpunkt der Sonne die Horizontlinie schneidet, sondern sobald der obere Rand der Sonnenscheibe sichtbar wird. Beim Untergang verhält es sich spiegelbildlich.
  • Atmosphärische Refraktion: Die Erdatmosphäre bricht die Lichtstrahlen der Sonne und krümmt sie. Dadurch bleibt das Gestirn für das menschliche Auge sichtbar, obwohl es sich rein geometrisch noch oder bereits unterhalb des Horizonts befindet.

Die atmosphärische Lichtbrechung und der sichtbare Sonnendurchmesser verlängern den hellen Tag um mehrere Minuten. Eine exakte Gleichverteilung von 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht tritt erst einige Tage später ein.

Dieser astronomische Zeitpunkt der tatsächlichen Ausgewogenheit wird in der Himmelskunde als Equilux bezeichnet. Zudem verschiebt sich der exakte Zeitpunkt des Äquinoktiums in jedem Jahr um einige Stunden, da das Erdjahr mit rund 365,25 Tagen geringfügig länger ist als das bürgerliche Kalenderjahr.

Astronomische und jahreszeitliche Gegensätze

Bereich / Region Bedeutung zur Tagundnachtgleiche
Nordhalbkugel Astronomischer Herbstanfang und kürzer werdende Tage
Südhalbkugel Astronomischer Frühlingsbeginn und zunehmende Tageslänge
Nordpol Letzter Sonnenuntergang und Beginn der sechsmonatigen Polarnacht
Südpol Erster Sonnenaufgang nach sechs Monaten Dunkelheit
Tierkreis Eintritt der Sonne in das Sternzeichen Waage

Brauchtum und Rituale: Vom Erntefest Mabon bis zur Astrologie

In historischen Kulturen stellte der kalendarische Wendepunkt einen Fixpunkt im Jahreskreis dar. In keltischen und heidnischen Traditionen ist der Tag als Mabon bekannt, benannt nach der walisischen Sagengestalt Mabon ap Modron. Das Fest gilt als zweites großes Erntefest, bei dem Vorräte wie Getreide, Früchte, Honig und Backwaren rituell gewürdigt wurden. Gleichzeitig diente der Vollmond um diesen Zeitraum – historisch als Erntemond bekannt – dazu, die Arbeit auf den Feldern bis in die späten Abendstunden fortzuführen.

Traditionelle Elemente des Übergangs

  1. Mabon-Altar einrichten: Das Sammeln von Naturmaterialien wie Eicheln, Kastanien und bunten Blättern sowie das Aufstellen von Gaben in den traditionellen Farben Gold, Braun, Dunkelgrün und Burgunderrot.
  2. Ausgleich von Licht und Schatten: Symbolisches Entzünden und Ausblasen von Kerzen, um die Zunahme der Dunkelheit zu akzeptieren.
  3. Praxis der Dankbarkeit: Das Festhalten und Verbrennen von Notizen mit positiven Erfahrungen des Jahres zur inneren Neuorientierung.

Astrologisch markiert die Herbst-Tagundnachtgleiche den Beginn des Tierkreiszeichens Waage. Das Symbol steht traditionell für Harmonie, Gleichgewicht und die Kunst, polare Kräfte wie Aktivität und Ruhe in ein stabiles Verhältnis zu bringen.

💡 Nutzen Sie den astronomischen Wendepunkt für einen Moment des Innehaltens im Alltag.

🔍 Achten Sie in den kommenden Wochen darauf, wie sich die Lichtstimmung in der Natur spürbar verändert.

👇 Welche Bräuche oder Rituale begleiten Ihren Start in den Herbst? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!