230-Millionen-Euro-Superyacht versperrt Meerblick: Urlauber in Devon wütend auf Joe Lewis
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Milliardär Joe Lewis sorgt mit seiner Megajacht vor der englischen Küste für Unmut.
Ärger an der Küste von Devon
Die fast 100 Meter lange Superjacht „Aviva“ liegt seit den Sommerferien in der Bucht Plymouth Sound vor der südwestenglischen Grafschaft Devon vor Anker. Das rund 230 Millionen Euro teure Schiff, das zuvor in Gibraltar lag, versperrt Hotelgästen und Erholungssuchenden die freie Sicht auf das offene Meer.
Besonders Urlauber aus zwei angrenzenden Ferienresorts stören sich an der Präsenz des Kolosses. Die Touristin Sandra Hunter kritisierte gegenüber dem britischen „Telegraph“, solche Schiffe gehörten nach Monaco und nicht an die ruhige Küste Devons. Der gewohnte Panoramablick sei durch die Megajacht massiv beeinträchtigt.
Der Eigner: Ex-Spurs-Besitzer Joe Lewis
Eigentümer der „Aviva“ ist der 89-jährige britische Investor Joe Lewis. Das US-Magazin „Forbes“ schätzt sein Nettovermögen auf rund sieben Milliarden US-Dollar (etwa sechs Milliarden Euro). Einem breiten Publikum wurde Lewis vor allem als langjähriger Mehrheitseigentümer des englischen Premier-League-Klubs Tottenham Hotspur bekannt.
Joe Lewis
Verurteilung wegen Insiderhandels
Im Jahr 2024 bekannte sich Lewis vor Gericht des Insiderhandels schuldig. Er hatte vertrauliche Börseninformationen an persönliche Piloten und eine frühere Lebensgefährtin weitergegeben. Die Strafe belief sich auf fünf Millionen US-Dollar (rund 4,3 Millionen Euro) sowie drei Jahre auf Bewährung. Im Jahr 2025 begnadigte ihn US-Präsident Donald Trump.

Deutscher Werftbau mit Auszeichnung
Die 98,4 Meter lange „Aviva“ entstand in Deutschland. Die Lemwerder Werft Abeking & Rasmussen stellte das Schiff im Jahr 2017 fertig. Die unter der Flagge der Kaimaninseln registrierte Jacht erhielt 2018 einen Sonderpreis der Jury bei den renommierten „World Superyacht Awards“.
Markt für Großjachten auf hohem Niveau
Der Bau exklusiver Schiffe verzeichnet seit Jahren ein hohes Volumen. Einer Branchenanalyse von Deloitte und dem italienischen Verband Confindustria Nautica zufolge standen 2023 weltweit 696 Superjachten in den Auftragsbüchern. Im Folgejahr lag der Wert bei 677 Schiffen.
Megajachten über 60 Meter Länge machten dabei im vergangenen Jahr lediglich 15 Prozent aller Bestellungen aus. Auf dieses Segment entfielen jedoch rund 55 Prozent des weltweiten Gesamtauftragswerts von 29 Milliarden Euro.

