240 PS und 3,0-Liter-Vierzylinder: Warum das Porsche 968 CS Cabriolet ein Einzelstück blieb
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Das Porsche 968 CS Cabriolet blieb ein seltenes Einzelstück und steht heute in der Sammlung des Porsche Museums.
Es gibt Prototypen, die ihrer Zeit schlicht voraus waren. Der Porsche 968 CS als Cabriolet gehört ohne Zweifel in diese Kategorie.
Das rote Unikat vereint manuelle Schaltung, Schalensitze, ein tiefergelegtes Fahrwerk und einen gewaltigen Vierzylinder mit einer offenen Karosserie. Statt in Serie zu gehen, landete der puristische Roadster dauerhaft in der Sammlung des Porsche Museums in Zuffenhausen.
Das Porsche 968 Clubsport Cabriolet als Prototyp.
Die Transaxle-Formel im Clubsport-Trimm
Der reguläre 968 markierte den finalen Höhepunkt der Transaxle-Baureihen von Porsche. Mit dem Motor vorn und dem Getriebe an der Hinterachse bot das Fahrzeug eine nahezu perfekte Gewichtsverteilung.
Mit der Variante Clubsport (CS) schärfte Porsche das Konzept nach. Rücksitze, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und Dämmmaterial flogen raus, was das Coupé um rund 50 Kilogramm erleichterte.
Dazu spendierten die Ingenieure 17-Zoll-Cup-Räder, Schalensitze aus dem 964 Carrera RS und eine Tieferlegung um 20 Millimeter. Insgesamt entstanden 1.538 Exemplare des geschlossenen Clubsport-Modells.
3,0 Liter Hubraum auf vier Zylindern
Unter der langgestreckten Haube arbeitet einer der größten Vierzylinder der Automobilgeschichte. Aus drei Litern Hubraum schöpft der Saugmotor 240 PS und ein Drehmoment von 305 Newtonmetern.
Die Kraftentfaltung erfolgt rein mechanisch und ohne Turbounterstützung. Eine variable Nockenwellenverstellung sorgt bereits im mittleren Drehzahlbereich für spürbaren Durchzug.
Frontansicht des offenen Porsche 968 Clubsport.
Das Paradoxon der offenen Karosserie
Der Transfer des radikalen Clubsport-Gedankens auf ein Cabriolet brachte ingenieurtechnische Hürden mit sich. Um die Verwindungssteifigkeit ohne festes Dach zu gewährleisten, benötigte das offene Chassis rund 70 Kilogramm an zusätzlichen Karosserieverstärkungen.

Die zuvor erzielte Gewichtsersparnis wurde durch die strukturellen Maßnahmen der offenen Karosserie weitgehend egalisiert.
Auf der Straße erweist sich die Kombination dennoch als präzise Fahrmaschine. Die Transaxle-Konstruktion verhindert jede Kopflastigkeit, während die analoge Lenkung und das Fehlen elektronischer Fahrprogramme eine ungefilterte Rückmeldung liefern.
Der reduzierte Innenraum des 968 CS Cabriolet.
Strategischer Richtungswechsel durch den Boxster
Die Serienfertigung scheiterte letztlich an der Modellpolitik und der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens in den frühen Neunzigerjahren. Ein puristischer Rennstrecken-Trimm und ein offener Cruiser galten damals im Produktportfolio als unvereinbar.
Zudem präsentierte Porsche 1993 die seriennahe Studie des Boxster. Damit stand fest, dass künftige offene Einstiegsmodelle als eigenständiges Mittelmotorkonzept realisiert werden und nicht auf der 968-Plattform basieren würden.
Heckansicht des roten Porsche 968 CS Cabriolet.
Späte Bestätigung des Konzepts
Drei Jahrzehnte später bildet die Kombination aus Saugmotor, Handschaltung, straffem Fahrwerk und offenem Aufbau bei Sondermodellen wie dem 911 GT3 S/C ein erfolgreiches Marktsegment.
Das 1993 verworfene Experiment des 968 CS Cabriolet nahm genau diesen Trend vorweg.




