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24,5 Kilometer Fels und blaues Licht: Warum Norwegens Laerdalstunnel Autofahrer fasziniert

Blau beleuchtete Felsenhalle im Laerdalstunnel in Norwegen Aktuelle News

Spezielle Beleuchtungskonzepte im Laerdalstunnel sollen die Konzentration der Autofahrer hochhalten.

Monotone Röhren und zäher Stop-and-go-Verkehr prägen oft den Tunnelalltag auf europäischen Autobahnen. Im Westen Norwegens zeigt ein Verkehrsbauwerk, dass die Fahrt durch das Felsmassiv auch völlig anders aussehen kann.

Der Laerdalstunnel ist mit einer Länge von 24,5 Kilometern der aktuell längste Straßentunnel der Welt. Statt grauer Betonwände erwartet Reisende auf der Strecke ein ausgeklügeltes Konzept gegen Monotonie und Müdigkeit.

Blaues Licht und Felsenhallen gegen Sekundenschlaf

Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h dauert die Durchquerung des Tunnels rund 18 Minuten. Mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von nur etwa 2.100 Fahrzeugen pro Tag läuft der Verkehr meist flüssig und staufrei.

Blaues Licht erhellt die Felsenmauern im Inneren des Laerdalstunnel, der hier eine breite Ausbuchtung aufweist.
Blaues Licht erhellt die Felsenmauern im Inneren des Laerdalstunnels.

Um die Konzentration der Fahrer über die lange Distanz aufrechtzuerhalten, integrierten die Planer alle sechs Kilometer großzügige Kavernen. Diese künstlichen Felsenhallen sind mit blauem und gelbem Licht inszeniert, um die Illusion eines Sonnenaufgangs oder arktischen Gletschereises zu erzeugen.

Leichte Kurvenradien im Streckenverlauf verhindern zusätzlich, dass Autofahrer in einen monotonen Tunnelblick verfallen. Die Nutzung der 24,5 Kilometer langen Röhre ist mautfrei.

24,5 Kilometer Fels und blaues Licht: Warum Norwegens Laerdalstunnel Autofahrer fasziniert

Ganzjährige Verbindung zwischen Oslo und Bergen

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 ist der Tunnel ein wichtiges Teilstück der Europastraße 16 (E16) und verbindet die Orte Aurland und Lærdal. Er schuf erstmals eine verlässliche, winterfeste Straßenverbindung zwischen Norwegens Hauptstadt Oslo und der zweitgrößten Stadt Bergen.

Vor dem Tunnelbau war der Verkehr auf Fähren oder den Gebirgspass Aurlandsfjellet angewiesen, der auf bis zu 1.308 Metern Höhe über der Baumgrenze verläuft und in den Wintermonaten regelmäßig unpassierbar war.

Eine einsame Straße erhebt sich leicht neben einem See. rundherum karge Weite, doch am Horizont sehen wir schneebedeckte Gipfel.
Eine einsame Straße führt durch die Gebirgslandschaft des Aurlandsfjellet.

Internationale Konkurrenz und der künftige Nachfolger

Weltweit wächst die Konkurrenz unter den Mega-Tunneln: 2023 ging in Australien das WestConnex-System mit 22,4 Kilometern in Betrieb, gefolgt vom Tianshan-Shengli-Tunnel in China mit 22,13 Kilometern im Jahr 2025.

Der Nachfolger für den Weltrekord entsteht jedoch erneut in Norwegen. Der im Bau befindliche Rogfast-Tunnel im Südwesten des Landes soll bei seiner geplanten Fertigstellung im Jahr 2033 eine Länge von rund 27 Kilometern erreichen und bis zu 392 Meter unter dem Meeresspiegel verlaufen.

Die fünf längsten Straßentunnel der Welt

  • Laerdalstunnel (Norwegen): 24,5 km
  • WestConnex (Australien): 22,4 km
  • Tianshan-Shengli-Tunnel (China): 22,13 km
  • Yamate-Tunnel (Japan): 18,2 km
  • Zhongnanshan-Tunnel (China): 18,0 km