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25 Jahre Einsamkeit: 63-Jähriger hütet Berghaus wegen eines vergessenen Versprechens

Abgelegenes Haus in einer bergigen Region Aktuelle News

Li Guoyou hütete 25 Jahre lang ein einsames Anwesen in den Bergen Chinas.

Der 63-jährige Li Guoyou verbrachte ein Vierteljahrhundert in völliger Isolation in einer abgelegenen Bergregion Chinas. Er bewachte dort ein Haus für seine frühere Arbeitgeberin – gebunden an ein Versprechen, das diese längst vergessen hatte.

Erst als die Eigentümerin das Anwesen im Mai verkaufen wollte, fand sie ihren ehemaligen Mitarbeiter wieder. Inzwischen ist Li nach 25 Jahren Trennung zu seinen Brüdern in die südwestchinesische Provinz Sichuan zurückgekehrt.

Ein folgenschwerer Gefallen im Jahr 2001

Die Geschichte begann vor 25 Jahren, als Lis damalige Chefin Lin ihr Restaurant aufgeben musste. Aus Sorge, dass Li ohne Arbeit auf der Straße landen könnte, bot sie ihm eine Bleibe an und bat ihn, im Gegenzug auf ihr Haus in den Bergen aufzupassen.

Lin zog weiter und baute sich andernorts eine Existenz auf, während Li zurückblieb. Über mehr als zwei Jahrzehnte lebte der Mann dort völlig autark und ernährte sich ausschließlich durch eigene Landwirtschaft und Viehzucht.

„Ich dachte, er würde nicht lange bleiben. Es war mein einziger Satz, der ihn dort hielt“, erklärte die Besitzerin später. Sie hatte nicht geahnt, dass Li ihre Bitte derart wörtlich nehmen würde.

Ausweis abgelaufen: Gefangen in der Bergregion

Ein Grund für das jahrelange Ausharren war Lis rechtliche Lage. Seine Ausweisdokumente waren bereits im Jahr 2005 abgelaufen.

25 Jahre Einsamkeit: 63-Jähriger hütet Berghaus wegen eines vergessenen Versprechens

Ohne gültige Papiere und ohne finanzielle Mittel war es ihm unmöglich, Tickets für öffentliche Verkehrsmittel zu kaufen oder in seine Heimatprovinz zurückzureisen. Li saß in den Bergen fest, bis Lin wieder auftauchte und die Behörden einschaltete.

Die Polizei organisierte schließlich die notwendigen Reisedokumente. Nach einer rund 40-stündigen Zugfahrt erreichte Li seine Heimatstadt Pingtan in Sichuan, wo er künftig dauerhaft bei seinen Brüdern leben wird.

Neustart und das chinesische Hukou-System

In Pingtan erhielt Li auch sein erneuertes Hukou-Dokument, das zentrale Haushaltsregister Chinas. Dieses System regelt seit den 1950er-Jahren den Wohnsitz und bindet den Zugang zu staatlichen Leistungen wie Bildung und Gesundheitsversorgung primär an den Geburtsort.

Besonders Wanderarbeiter stehen durch das Hukou-System oft vor bürokratischen Barrieren, wenn sie außerhalb ihrer Heimatregion leben. Für Li bedeutet das neu ausgestellte Registerheft die offizielle Rückkehr in das gesellschaftliche System nach 25 Jahren Abgeschiedenheit.