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25 Kilo pro Kopf: 5 Fakten über Tomaten, die selbst Gärtner überraschen

Pilzbefall an den Blättern einer Tomatenpflanze Aktuelle News

Pilzbefall an einer Tomatenpflanze.

Kein Gemüse landet in Deutschland häufiger auf dem Teller: Rund 25 Kilogramm verzehrt jeder Bundesbürger pro Kopf im Jahr, wie Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) belegen. Doch trotz der enormen Popularität halten sich rund um Botanik, Geschichte und Anbau hartnäckige Mythen.

Ein von der New York Times veröffentlichter Wissenstest deckt auf, wie wenig viele Verbraucher und Hobbygärtner tatsächlich über das Nachtschattengewächs wissen. Fünf zentrale Zusammenhänge stechen dabei besonders heraus.

1. Vom „Wolfspfirsich“ zum Liebesapfel

In der europäischen Frühen Neuzeit begegnete man der Tomate mit großem Misstrauen. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Nachtschattengewächsen fürchtete man eine toxische Wirkung und glaubte gar, die Pflanze könne Werwölfe anlocken. Daraus entstand der botanische Name Lycopersicon, wörtlich übersetzt: Wolfspfirsich.

In Italien taufte man die Frucht im 16. Jahrhundert pomodoro („goldener Apfel“), da die ersten importierten Exemplare eine gelbe Schale aufwiesen. In Frankreich wiederum vermutete man berauschende und aphrodisierende Effekte – und nannte sie pomme d’amour, Liebesapfel.

2. Wenn die Pflanze blüht, aber keine Früchte trägt

Ein dichter Blütenstand garantiert keineswegs eine reiche Ernte. Wenn Tomatenpflanzen zwar blühen, aber keine Früchte ansetzen, liegt das meist an spezifischen Umweltfaktoren.

Drei typische Auslöser für Ernteausfälle

  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit: Feuchte Luft lässt den Blütenstaub verkleben. Wind und Insekten können die Pollen nicht mehr transportieren, die Bestäubung bleibt aus.
  • Extreme Hitze: Hohe Temperaturen führen dazu, dass die Blüten vertrocknen, bevor eine erfolgreiche Befruchtung stattfinden kann.
  • Falsche Nährstoffzufuhr: Ein Überschuss an Stickstoff im Dünger regt das Blattwachstum massiv an. Die Pflanze investiert ihre Energie in das Grün statt in Blüten und Fruchtkörper.

3. Wozu dient die Gallertschicht um die Samen?

Die glibberige Schicht, die jeden Tomatensamen umschließt, erfüllt eine biologische Schutzfunktion. Sie enthält Abscisinsäure, ein Phytohormon, das verhindert, dass die Samen bereits im feuchten Inneren der reifen Frucht keimen.

25 Kilo pro Kopf: 5 Fakten über Tomaten, die selbst Gärtner überraschen

Ist diese Säure nicht in ausreichender Konzentration vorhanden, können die Samen vorzeitig austreiben. Früchte mit sichtbaren Keimlingen im Inneren bleiben grundsätzlich genießbar, die Triebe selbst müssen vor dem Verzehr jedoch zwingend entfernt werden, um Magenbeschwerden zu vermeiden.

4. Warum Stickstoffdünger Pilzkrankheiten verschlimmert

Tomaten sind extrem anfällig für Krankheiten wie Echten Mehltau oder die gefürchtete Kraut- und Braunfäule. Der gut gemeinte Rat, geschwächte Pflanzen zusätzlich mit Universaldünger zu stärken, schadet in diesem Fall oft mehr als er nützt.

Pilzbefall einer Tomatenpflanze
Pilzbefall einer Tomatenpflanze

Wird bei einem Pilzbefall stickstoffbetont gedüngt, weicht das Pflanzengewebe auf. Pilzsporen können dadurch noch tiefer und schneller in das Blattwerk eindringen. Zur Vorbeugung und Eindämmung eignen sich Pflanzenstärkungsmittel wie Ackerschachtelhalmbrühe deutlich besser.

5. Nicht jede samenfeste Tomate ist eine alte Sorte

Unter „alten Sorten“ verstehen Experten Züchtungen, die historisch zurückverfolgt werden können – wie etwa Ochsenherz, Brandywine oder die Goldene Königin. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie samenfest sind: Ihre Nachkommen besitzen im Folgejahr exakt dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.

Der Umkehrschluss gilt jedoch nicht. Längst gibt es moderne Neuzüchtungen wie die Cocktailtomate Primabella, die ebenfalls samenfest gezüchtet wurden, ohne eine historische Sorte zu sein.