250.000 Fans am Hockenheimring: Rekord-Andrang und Eklat beim Glücksgefühle-Festival
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250.000 Fans am Hockenheimring: Rekord-Andrang und Eklat beim Glücksgefühle-Festival
Das von Fußball-Weltmeister Lukas Podolski und Veranstalter Markus Krampe organisierte „Glücksgefühle-Festival“ hat am Hockenheimring einen neuen Besucherrekord aufgestellt. An den drei Veranstaltungstagen zählte das ausverkaufte Event rund 250.000 Menschen. Mehr als 50 Acts traten auf den verschiedenen Bühnen des rund eine Million Quadratmeter großen Areals auf.
Alphaville-Song wird zur inoffiziellen Hymne
Im Vorfeld hatte die Kontroverse um die Band Alphaville bundesweit für Aufsehen gesorgt: Die Gruppe war zunächst ein-, dann aus- und schließlich wieder eingeladen worden, lehnte den Auftritt letztlich jedoch ab. Trotz der Absage entwickelte sich ihr Hit „Forever Young“ zum meistgespielten Titel des Wochenendes.
Künstler wie Max Giesinger, Nura, Alle Farben und Headliner David Guetta integrierten den Song in ihre Sets. Auf den Bühnen nutzten mehrere Musiker ihre Auftritte für klare Botschaften: Die No Angels traten in „FCK AFD“-Shirts auf, während Acts wie Mark Forster, Ski Aggu, Zartmann, Culcha Candela und DJ Felix Jaehn politische Statements gegen Hass und Spaltung abgaben.
Feuershow auf einer der Bühnen des Glücksgefühle-Festivals.
Im Publikum stießen die Aktionen auf geteilte Reaktionen. Während viele Besucher mitsangen, äußerten andere den Wunsch nach einer reinen Auszeit vom politischen Weltgeschehen.
Guetta-Auftritt sorgt für Geduldsprobe
Den größten Publikumsandrang verzeichnete der Samstagabend beim Set des französischen Star-DJs David Guetta vor der Hauptbühne „Euphoria“. Wegen der dichten Menschenmassen war der Zugang zur kleineren „Dopamin“-Bühne zeitweise kaum passierbar.
Das hohe Aufkommen führte an Essensständen und Sanitäranlagen zu Wartezeiten von bis zu 45 Minuten. In den sozialen Netzwerken bemängelten Besucher neben den Schlangen vor allem die geringe Anzahl an Sitzmöglichkeiten auf dem weitläufigen Renngelände.
Die britische Boyband Blue trat auf dem Hockenheimring auf.
Preise im bargeldlosen Bezahlsystem
Auf dem gesamten Gelände galt eine strikte bargeldlose Zahlung per Chip-Armband. Die Abrechnung erfolgte über die festivalinterne Währung „Glückscoins“, bei der fünf Einheiten 23 Euro entsprachen. Für eine Portion Pommes frites fielen umgerechnet knapp sieben Euro an, ein Wasser kostete etwas mehr als vier Euro.
2.300 medizinische Einsätze und friedliche Polizeibilanz
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) war mit 550 Einsatzkräften aus ganz Baden-Württemberg vor Ort. Über das Wochenende leisteten die Sanitäter rund 2.300 Mal Hilfe, überwiegend bei leichten Blessuren. 33 Personen mussten zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser transportiert werden, eine davon per Rettungshubschrauber.
Ein Großteil der Behandlungen erfolgte direkt im mobilen Medical Center hinter der Bühne „Cloud 9“, das der ASB gemeinsam mit der Notaufnahme der Universitätsmedizin Mannheim betrieb. Das Polizeipräsidium Mannheim bewertete den Ablauf als weitgehend friedlich und registrierte lediglich vereinzelte Vorfälle, darunter acht Körperverletzungen, einen Diebstahl, eine Sachbeschädigung, eine sexuelle Belästigung und vier Verstöße gegen das Luftfahrtgesetz.
Standort bis 2035 gebunden
Die Zukunft des Formats am traditionsreichen Motorsport-Kurs ist langfristig gesichert. Die Veranstalter vereinbarten mit dem Hockenheimring eine Zusammenarbeit bis mindestens zum Jahr 2035. Das fünfjährige Jubiläum ist bereits für den Zeitraum vom 2. bis 5. September 2027 angesetzt.


