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270 Tote und 1.000 Vermisste: Gletscherabbruch löst verheerende Flutwelle in Nepal aus

Sturzflut im Himalaya Aktuelle News

Sturzflut im Himalaya.

Der plötzliche Abbruch gewaltiger Eismassen von einem Gletscher hat im Himalaya eine katastrophale Sturzflut ausgelöst. Das Eis stürzte aus rund 1.200 Metern Höhe in ein Gebirgstal und löste eine tsunamiartige Flutwelle im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet aus.

Die Zerstörungskraft traf die Gemeinden völlig unvorbereitet. Mindestens 270 Menschen kamen ums Leben, mehr als 1.000 weitere gelten als vermisst.

Sturzflut im Himalaya
Sturzflut im Himalaya.

Unter den Vermissten befinden sich auch ausländische Reisende, darunter 33 britische Touristen mit einem 13-jährigen Mädchen und einem 14-jährigen Jungen. Rettungs- und Suchtrupps versuchen, in abgelegene Bergdörfer vorzudringen, zu denen Straßen, Brücken und Kommunikationsverbindungen vollständig zerstört wurden.

Verwüstung im Distrikt Rasuwa

Die Wassermassen richteten am 26. August vor allem im nepalesischen Distrikt Rasuwa in der Gebirgsprovinz Bagmati schwere Schäden an. Das Gebiet an der tibetischen Grenze entwickelte sich zuletzt zu einer gefragten Alternative für Wanderer, die überlaufene Routen wie den Annapurna-Circuit oder den Weg zum Everest-Basislager meiden wollen.

Aufnahmen dokumentieren, wie die Fluten des Bhotekoshi-Flusses Uferböschungen abtrugen, Brücken mitrissen und Gebäude zerstörten. Auf der tibetischen Seite der Grenze wurden weite Gebiete von Schlammlawinen überschwemmt; staatliche Medien melden dort drei Tote und 558 Vermisste.

Auswirkungen auf die Trekkingsaison

Aktuell befinden sich vergleichsweise wenige klassische Trekkingtouristen im Land, da bis Ende September Monsunzeit herrscht. In dieser Phase sorgen Starkregen, Erdrutsche und Steinschlag regelmäßig für erhebliche Gefahren, weshalb viele Agenturen während des Sommers keine Touren anbieten.

Ein großer Teil der aktuellen Besucher im Hochgebirge sind Pilger aus Nepal und Indien. Die Hauptsaison für internationale Wanderreisen beginnt erst ab Mitte Oktober, wenn stabilere Wetterverhältnisse einsetzen.

Ausweichrouten in der Langtang-Region

Die spürbarsten Folgen für den Herbsttourismus gibt es in der Langtang-Region nördlich von Kathmandu, wo die zentrale Zufahrtsstraße weggespült wurde. Für Trekkinggruppen besteht jedoch die Möglichkeit, die zerstörten Straßenabschnitte zu umgehen und zu Fuß über den Pass Laurebina La in das Gebiet zu gelangen.

Stornierungen, Reiseversicherungen und Gefahren

Ohne eine offizielle Reisewarnung der Außenministerien besteht für gebuchte Reisen in der Regel kein automatischer Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung. Urlauber sind daher auf die Stornobedingungen der Reiseveranstalter oder entsprechende Klauseln in ihren Reiserücktrittsversicherungen angewiesen.

Neben Naturkatastrophen birgt das Reisen im Land weitere Risiken: Die Unfallrate im nepalesischen Straßenverkehr ist extrem hoch. Zudem gilt die Infrastruktur für Inlandsflüge aufgrund des anspruchsvollen Terrains, wechselhafter Wetterbedingungen und mangelnder Sicherheitsstandards als unfallanfällig.

Für Notfälle vor Ort hat die nepalesische Regierung landesweite Notfallnummern unter 1234 und 1144 eingerichtet, über die Informationen zu Hilfsangeboten und Streckensperrungen koordiniert werden.