30.000 Euro Schaden im Garten: Bis zu 30 Wildschweine ziehen nachts durch Leimen
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In Leimen hinterlassen Wildschweine massive Zerstörungen auf Privatgrundstücken.
In Leimen in der Südwestpfalz hinterlassen Wildschweine schwere Verwüstungen in privaten Gärten. Wo zuvor gepflegter Rasen lag, dominieren nun Erdhügel und tiefe Furchen. Besonders schwer traf es Ortsbürgermeister Alexander Frey (FWG), dessen Grundstück massiv beschädigt wurde.
Frey beziffert den entstandenen Sachschaden auf rund 30.000 Euro. Die Versicherung übernimmt die Kosten für derartige Wildschäden auf Privatgrundstücken nicht.

Zerstörter Garten nach dem Einfall von Wildschweinen in Leimen.
Rotten von bis zu 30 Tieren ziehen durch den Ort
Die Problematik begann harmlos, als einzelne Frischlinge herabgefallene Früchte unter einem Kirschbaum fraßen. Wenige Tage später tauchten die Tiere in großer Zahl auf und begannen mit den Zerstörungen.
Mittlerweile ziehen abends Rotten von 20 bis 30 Wildschweinen durch das Straßennetz von Leimen. Immer wieder kommt es zu direkten Begegnungen mit Anwohnern, teils direkt vor Haustüren.
Da der Ort direkt im Pfälzerwald liegt und von dichtem Baumbestand umgeben ist, sind die Wege für das Schwarzwild extrem kurz. Zwar sind die Dorfbewohner an Weidetiere gewöhnt, eine derartige Plage gab es bislang jedoch nicht.
Ortsbürgermeister Alexander Frey.
Trockenheit treibt Wildtiere in Siedlungsgebiete
Wildtier-Experte Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt führt das Verhalten auf den Nahrungsmangel im Wald zurück. Viele Buchen stellten wegen anhaltender Trockenheit die Fruchtreife ein, sodass Bucheckern fehlen.

Gleichzeitig bieten bewässerte Rasenflächen in den Dörfern leicht erreichbare Nahrung. Die Kombination aus kargem Wald und attraktiven Gärten lockt die Tiere gezielt in bewohntes Gebiet.
Rechtliche Grenzen bei der Bejagung
Ein Abschuss der Tiere innerhalb geschlossener Ortschaften ist aus Sicherheits- und Rechtsgründen verboten. Ortsbürgermeister Frey wandte sich deshalb an den Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU), der im Revier Leimen als Jagdpächter fungiert.
Zwick betonte, dass im Wald im Rahmen der Möglichkeiten gejagt werde, innerhalb der Siedlungsgrenzen jedoch keine Handhabe bestehe. Den Anwohnern bleibt vor allem der bauliche Schutz ihrer Grundstücke.
Schutzmaßnahmen für private Grundstücke
Fachleute raten Hausbesitzern zu stabilen Zaunanlagen mit tiefem Untergrabungsschutz. Herkömmliche Weidezäune, wie sie im Ort häufig genutzt werden, halten ausgewachsene Wildschweine nicht auf.
Nahrungsnot im kommenden Winter
Für die kommenden Wintermonate erwartet Ortsbürgermeister Frey eine weitere Zuspitzung der Lage. Weil Eicheln und Bucheckern als Hauptnahrungsquelle im Pfälzerwald weitgehend fehlen, droht vielen Tieren der Hungertod.

