30 Meter Küste verloren: Vier Restaurants an der Côte d’Azur müssen entschädigungslos schließen
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Küstenerosion an der Côte d'Azur bedroht Gastronomiebetriebe in direkter Strandlage.
Behörden ziehen Küstenlinie nach 30 Metern Landverlust neu
In Villeneuve-Loubet an der südfranzösischen Côte d’Azur stehen vier Strandrestaurants vor dem Aus. Weil das Mittelmeer immer weiter landeinwärts dringt, haben die Behörden die Grenzlinie des Meeres neu gezogen.
Für die betroffenen Gastronomen bedeutet dieser Schritt das abrupte Betriebsende – ohne Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung.
Existenzangst und 160.000 Euro Schulden
Gastronom Mourad Bouzaiane erhielt Anfang Juni die behördliche Mitteilung der Präfektur. Darin wird er aufgefordert, seinen Betrieb einzustellen sowie sämtliche Möbel und Außenanlagen zu räumen.
Besonders folgenschwer: Erst vor einem Jahr hatte Bouzaiane einen neuen Pachtvertrag über neun Jahre abgeschlossen und erhebliche Summen in den Umbau des Lokals investiert.
„Wir zahlen Miete, Abgaben und Steuern. Und jetzt will man uns ohne jede Entschädigung rausschmeißen“, sagte der Gastronom dem französischen Fernsehsender TF1. Neben dem Verlust des laufenden Geschäfts belastet ihn ein offener Kredit über 160.000 Euro.

Gastronomiebereich an der Mittelmeerküste von Villeneuve-Loubet.
Konflikt um Privateigentum und öffentliches Meeresgebiet
Auch Grundstückseigentümer Jacques Teboul kritisiert die behördliche Entscheidung scharf. Er spricht von einer „versteckten Enteignung“ seiner Parzelle, die seit 1981 als Privateigentum registriert ist.
Die Präfektur verweist auf die geologischen Messungen der letzten Jahrzehnte: In den vergangenen 40 Jahren hat das Mittelmeer an diesem Küstenabschnitt rund 30 Meter Land abgetragen.
Durch die Verschiebung der Uferlinie fällt das Areal rechtlich in das öffentliche Meeresgebiet, auf dem kommerzielle Pachtverträge nach französischem Recht untersagt sind. Den Betreibern wurden Fristen gesetzt, um die Saison 2026 noch regulär zu beenden.

