300.000 Betreuungsplätze fehlen: Mutter findet keine Kita und gründet einfach selbst eine
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Fehlende Betreuungsplätze stellen viele Familien vor große Hürden.
Die 28-jährige Macy aus dem belgischen Eeklo steht vor einem gravierenden Problem: Für ihre dreijährige Tochter Hazel und ihren sieben Monate alten Sohn Odin gibt es schlichtweg keinen Betreuungsplatz. Ohne Betreuung ist an eine Rückkehr ins Berufsleben nicht zu denken.
„Ich möchte wirklich arbeiten und etwas aufbauen, aber der Mangel an Betreuungsplätzen macht das im Moment extrem schwierig“, erklärte die Mutter gegenüber der belgischen Zeitung Nieuwsblad. Die Situation zwinge Eltern zu einer Entscheidung, die sie eigentlich nicht treffen wollen: Beruf oder Kinderbetreuung.
Eigene Kita als Ausweg aus dem Notstand
Um die finanzielle und mentale Belastung für ihre Familie und andere Betroffene zu beenden, wählt Macy einen unkonventionellen Weg: Sie plant, in Eeklo eine eigene, bezahlbare Kindertagesstätte zu eröffnen.
Ihr Ziel ist eine kleine Einrichtung, in der Eltern ihren Nachwuchs mit einem sicheren Gefühl abgeben können. Um das Projekt zu finanzieren, hat sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen und hofft, damit auch andere Eltern zu ähnlichen Initiativen zu ermutigen.
Kind
IW-Studie: Rund 300.000 U3-Plätze fehlen in Deutschland
Die Verzweiflung der belgischen Mutter teilen Hunderttausende Eltern in Deutschland. Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegen, dass hierzulande rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren fehlen.

Bundesweit gehen etwa 14,2 Prozent der unter Dreijährigen mit Betreuungswunsch leer aus.
Deutliches Gefälle zwischen West und Ost
Die IW-Analyse offenbart massive regionale Unterschiede. Während in Ostdeutschland rund 7,3 Prozent der unter Dreijährigen keinen Platz erhalten, liegt die Quote in Westdeutschland bei 15,6 Prozent.
- Nordrhein-Westfalen: Höchster absoluter Mangel mit rund 85.000 fehlenden Betreuungsplätzen.
- Höchste Quoten: Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland weisen prozentual die größten Versorgungslücken auf.
IW-Bildungsökonom Wido Geis-Thöne betont die Tragweite des Mangels: „Gerade für Kinder aus bildungsfernen Haushalten ist der Besuch einer Kita entscheidend für den weiteren Bildungsweg.“

