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300 bis 500 Euro im Monat: Wie Jesús im 6-Meter-Camper seine Fixkosten halbierte

Ausgebauter Campervan auf einer Straße bei Sonnenuntergang Aktuelle News

Minimalismus auf vier Rädern: Jesús reduzierte seine monatlichen Ausgaben durch den Umzug in ein Wohnmobil drastisch.

Der Spanier Jesús hat seine feste Wohnung aufgegeben und lebt seit Monaten dauerhaft in einem sechs Meter langen Camper namens „India“. Seine monatlichen Lebenshaltungskosten beziffert er auf lediglich 300 bis 500 Euro.

„Man gibt Geld für Lebensmittel und ein wenig Diesel aus, aber für sonst kaum etwas“, erklärte er im Gespräch mit dem spanischen Radiosender Cadena COPE. In einer klassischen Wohnung lägen die Fixkosten für Grundsteuer, Eigentümergemeinschaft, Strom und Wasser mindestens doppelt so hoch.

Bewusster Konsum und 18 Monate Ausbauzeit

Die niedrigen Ausgaben resultieren auch aus einer veränderten Alltagsroutine. Bedingt durch den geringen Stauraum im Fahrzeug kauft Jesús täglich frisch ein und verzichtet weitgehend auf stark verarbeitete Lebensmittel.

Den Ausbau des Kastenwagens übernahm er über einen Zeitraum von anderthalb Jahren selbst. Dabei kamen unter anderem modifizierte Lkw-Transportboxen für rund 100 Euro sowie ein gedämmtes Dachzelt für 1500 Euro zum Einsatz. Ein Fächerrollo dient als Hitzeschutz für seinen Hund Zeus.

Dank einer Solaranlage auf dem Dach, einem Starlink-Satellitenanschluss für Internet und einer Trockentrenntoilette ist das Fahrzeug weitgehend unabhängig von externer Infrastruktur.

Neuanfang gegen Depressionen

Für Jesús ist das Leben auf vier Rädern zugleich ein Weg aus früheren Angstzuständen und Depressionen. Ein Schlüsselmoment sei ein Sonnenuntergang an der andalusischen Küste in La Fabriquilla gewesen, der ihm mentalen Halt gab.

300 bis 500 Euro im Monat: Wie Jesús im 6-Meter-Camper seine Fixkosten halbierte

Mit seiner Initiative „Viaja en tribu“ („Reisen in Gemeinschaft“) unterstützt er heute andere Menschen dabei, alternative Lebensformen zu testen. „Du musst nicht bis ans Ende der Welt reisen, auch wenn es ehrlich gesagt wirklich hilft“, teilt er auf Instagram.

Hohe Hürden bei Anschaffung und Unterhalt

Trotz der geringen laufenden Betriebskosten erfordert der Einstieg in das Camper-Leben erhebliche Investitionen. Jesús warnt vor den gestiegenen Fahrzeugpreisen: Ein Modell, das seinem früheren Fiat Ducato entspricht, koste heute rund 80.000 Euro – rund 30.000 Euro mehr als zum Zeitpunkt seines eigenen Kaufs.

Nach Erhebungen kosten neue, voll ausgestattete Camper meist zwischen 60.000 und 80.000 Euro, während selbst einfache Gebrauchtfahrzeuge im fünfstelligen Bereich liegen. Nach dem pandemiebedingten Nachfrageboom haben sich die Preise seit 2024 stabilisiert.

Zusätzlich schlagen laufende Verpflichtungen zu Buche. Für Versicherung, Kfz-Steuer, regelmäßige Wartung und Stellplatzgebühren fallen jährlich zwischen 1500 und 3500 Euro an – noch vor Treibstoffkosten und Wertverlust.