3000 Jahre und 122 Generationen: Warum diese Familie den Harz nie verlassen hat
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Familie Huchthausen lebt seit rund 3000 Jahren in unmittelbarer Nähe zur Lichtensteinhöhle im Harz.
Manfred Huchthausen lebt keine zwei Kilometer von der Grabstätte seiner Vorfahren entfernt. Zwischen ihm und den Menschen aus der bronzezeitlichen Lichtensteinhöhle liegen rund 3000 Jahre Geschichte.
Ein DNA-Abgleich bestätigte die direkte Verwandtschaft des 76-jährigen ehemaligen Lehrers mit den Funden aus der Höhle am Harzrand. Fachleute des Museums an der Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund werten die Linie der Huchthausens als älteste belegbare Familiengeschichte Niedersachsens.
Genetischer Nachweis über 122 Generationen
Die menschlichen Knochen wurden bereits 1980 in der Lichtensteinhöhle geborgen. Erst 2007 ermöglichten moderne genetische Analysemethoden einen Reihentest unter den Bewohnern der umliegenden Orte.
Der Test von Manfred Huchthausen schlug positiv an – ebenso wie die Proben einiger weiterer Menschen aus der Region. Seine beiden Enkeltöchter repräsentieren mittlerweile die 122. Generation dieser Linie.
Diese Familie ist seit 122 Generationen im Harz verwurzelt.
„Es gab Kriege, Hungersnöte und andere Krisen – aber ausgerechnet unser Stammbaum soll überlebt haben?“, sagt Manfred Huchthausen. Der 76-Jährige wurde im selben Haus geboren, in dem er noch heute wohnt.
Sein Sohn Volker Huchthausen betont die Nüchternheit im Alltag. „Es ist eigentlich keine Leistung. Wir haben ja nichts dafür getan“, erklärt der 37-jährige Elektriker.
Funde aus der Lichtensteinhöhle
Die originale Fundhöhle ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Manfred Huchthausen selbst verzichtete wegen der extremen Enge auf einen Besuch mit den Archäologen.

Familie Huchthausen im Harz.
Interessierte können stattdessen eine Rekonstruktion der Fundstelle im Höhlenerlebniszentrum an der Iberger Tropfsteinhöhle besichtigen. Die dortige Dauerausstellung widmet sich den Lebensumständen der bronzezeitlichen Sippe.
Offene Fragen zum prähistorischen Alltag
Die genauen Lebensbedingungen der Ahnen bleiben weitgehend im Dunkeln. Da aus dieser Epoche in Mitteleuropa keine Schriftzeugnisse existieren, fehlen Details zu Bräuchen, Heilwissen und Handelsstrukturen.
Manfred und Volker Huchthausen.
Volker Huchthausen interessieren vor allem praktische Aspekte des damaligen Alltags: Gab es eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, und wie gestaltete sich das soziale Miteinander?
Manfred Huchthausen betreibt seit dem Testergebnis intensive Ahnenforschung. Mit Hilfe einer Expertin konnte er die schriftlich dokumentierte Familienlinie mittlerweile lückenlos bis etwa in das Jahr 1700 zurückverfolgen.
Regionale Bekanntheit rund um Osterode
In Osterode und den umliegenden Gemeinden ist der Name Huchthausen durch die Berichterstattung vielen Menschen ein Begriff. Finanzielle Vorteile brachte die Bekanntheit der Familie nicht ein.
Die Familie ist fest in der Region Osterode verwurzelt.
Sohn Volker lebte zwischenzeitlich in Münster, kehrte aber wieder an den Harzrand zurück. Er wohnt mit seiner Familie nur wenige Kilometer vom Elternhaus entfernt.




