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31.000 Solarmodule: Volkswagen setzt 100 Schafe als Rasenmäher im 18-MW-Solarpark ein

Schafe grasen unter den Solarmodulen des Solarparks von Volkswagen in Września Aktuelle News

Rund 100 Schafe weiden auf dem 27 Hektar großen Photovoltaik-Areal am VW-Werk in Września.

Volkswagen setzt bei der Pflege einer riesigen Solaranlage auf tierische Unterstützung. Im polnischen Września grasen knapp 100 Schafe direkt zwischen und unter mehr als 31.000 Photovoltaikmodulen.

Die Tiere der regionalen Rasse Wielkopolska halten den Bewuchs niedrig und ersetzen damit den Einsatz schwerer Mähmaschinen. Seit Ende April befindet sich die Herde auf dem Gelände und bleibt dort bis zum Herbst unter Aufsicht erfahrener Züchter.

Luftaufnahme des Volkswagen-Werks. Der Solarpark umfasst eine riesige Fläche neben dem Werk.
Luftaufnahme des Volkswagen-Werks und der angrenzenden Solaranlage in Września.

Solarstrom für die Fahrzeugproduktion

Die Photovoltaikanlage befindet sich auf dem Areal von Volkswagen Poznań in Września. An diesem Standort fertigt der Konzern unter anderem den VW Crafter sowie dessen vollelektrische Ausführung.

Der Solarpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 27 Hektar und verfügt über eine Spitzenleistung von 18,3 Megawatt. Errichtet und betrieben wird das Großprojekt von Quanta Energy.

An besonders sonnigen Tagen kann die Anlage rechnerisch den gesamten Strombedarf der Fabrik decken. Auf das Gesamtjahr gerechnet steuert der Solarpark rund 25 Prozent der benötigten elektrischen Energie bei.

Eine Infotafel erklärt das Projekt. Darauf zu sehen Schafe und mehrere Grafiken.
Infotafel mit Details und Grafiken zum Agri-Photovoltaik-Projekt.

Wissenschaftler untersuchen die Weidehaltung

Das Vorhaben fungiert als Agri-Photovoltaikanlage, bei der landwirtschaftliche Nutzung und Stromgewinnung kombiniert werden. Ein Forschungsteam der Universität für Lebenswissenschaften in Posen begleitet das Projekt wissenschaftlich.

31.000 Solarmodule: Volkswagen setzt 100 Schafe als Rasenmäher im 18-MW-Solarpark ein

Die Forschenden analysieren das Verhalten der Tiere, die Futterqualität der Flächen sowie Veränderungen des Bodens und der Vegetation. Auch die Auswirkungen der Module auf das lokale Mikroklima stehen im Fokus der Messungen.

Schafe schmiegen sich im Schaffen eines Solarmoduls aneinander.
Schafe suchen Schutz im Schatten der Solarmodule.

Schutz vor Hitzestress unter den Modulen

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist die Frage, ob die Solarpaneele den Tieren bei hohen Temperaturen ausreichend Schutz vor Hitzestress bieten. Die Schafe nutzen den Schatten der Trägerkonstruktionen aktiv bei intensiver Sonneneinstrahlung.

Laut der zuständigen Halterin verläuft die Eingewöhnung reibungslos. Die Herde bewegt sich ruhig in kleinen Verbänden über das Gelände, was auf ein geringes Stresslevel der Tiere hindeutet.

Ökologische Vorteile für die Artenvielfalt

Der Verzicht auf regelmäßige Traktoreinsätze senkt Betriebskosten und verhindert lokale Abgasemissionen bei der Grünpflege. Gleichzeitig erreichen die Schafe auch schwer zugängliche Stellen direkt unter den Modultischen.

Durch den schonenden Verbiss bleiben wertvolle Rückzugsräume für Insekten und Kleintiere im Bodenbereich erhalten. Die Ergebnisse der Posener Wissenschaftler sollen als Richtlinie für künftige Doppelnutzungen großer Solarparks dienen.