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33 zu 49 Stimmen im Landtag: Höcke scheitert mit Misstrauensvotum gegen Voigt

Plenarsaal des Thüringer Landtags in Erfurt Aktuelle News

Der Thüringer Landtag stimmte über das konstruktive Misstrauensvotum ab.

Björn Höcke ist im Thüringer Landtag mit dem Versuch gescheitert, Ministerpräsident Mario Voigt durch ein konstruktives Misstrauensvotum abzulösen. Der AfD-Fraktionschef erhielt bei der Abstimmung 33 Stimmen – genau eine mehr, als seine eigene Fraktion an Sitzen zählt.

Für einen Regierungswechsel wäre die absolute Mehrheit im Parlament erforderlich gewesen. Insgesamt stimmten 49 Abgeordnete gegen Höcke, drei Parlamentarier enthielten sich.

Streit um Voigts Doktortitel und Amtsverbleib

Ausgangspunkt des Misstrauensantrags war der Entzug des Doktorgrades von Ministerpräsident Mario Voigt durch die TU Chemnitz. Die Universität wies den Widerspruch des CDU-Politikers zurück; derzeit läuft gegen diese Entscheidung ein Gerichtsverfahren.

Kritiker fordern Voigts sofortigen Rücktritt und sehen im Festhalten am Amt einen Verstoß gegen politische Gepflogenheiten. Ein solcher Schritt wäre jedoch eine rein politische Entscheidung und keine verfassungsrechtliche Pflicht.

Vergleich mit früheren Plagiatsaffären

In den Debatten werden immer wieder Fälle früherer Bundespolitiker wie Karl-Theodor zu Guttenberg oder Annette Schawan angeführt, die nach Aberkennung ihrer Titel persönliche Konsequenzen zogen. Voigt hingegen verteidigt seine Arbeit weiterhin juristisch.

33 zu 49 Stimmen im Landtag: Höcke scheitert mit Misstrauensvotum gegen Voigt

Taktisches Manöver gegen das BSW

Zahlreiche Beobachter und Kommentatoren bewerten den Misstrauensantrag als rein strategisches Manöver der AfD. Das Ziel sei primär gewesen, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) öffentlich unter Druck zu setzen und dessen Stimmverhalten offenzulegen.

Da die Erfolgsaussichten für eine Mehrheit rechnerisch von vornherein minimal waren, diente der Vorstoß mutmaßlich als Signal an Wähler in Mitteldeutschland. Die AfD wollte verdeutlichen, dass das BSW im Zweifel für den Erhalt der aktuellen Machtverhältnisse stimmt.

Die Hürde des konstruktiven Misstrauensvotums

Nach der Thüringer Verfassung kann der Landtag den Regierungschef nicht einfach nur abwählen. Ein Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten erfordert zwingend, dass zeitgleich ein konkreter Nachfolger mit absoluter Mehrheit gewählt wird.

Für eine Mehrheit gegen Voigt hätten die Abgeordneten somit direkt für Björn Höcke stimmen müssen. Der AfD-Politiker ist wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen rechtskräftig verurteilt, was für weite Teile des Parlaments eine Wahl von vornherein ausschloss.