3,30 Euro pro Scheibe Fleisch: All-you-can-eat-Restaurant führt Strafgebühr für Reste ein
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Ein Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht in Privathaushalten und der Gastronomie.
Wer beim Buffet mehr auf den Teller lädt, als er essen kann, muss in einigen Lokalen inzwischen extra zahlen. Das Restaurant Kulhuset im dänischen Køge verlangt seit eineinhalb Jahren eine feste Gebühr für nicht verzehrtes Fleisch.
Bleiben am Ende des Besuchs mehr als drei Scheiben Fleisch auf dem Tischgrill oder Teller liegen, werden pro übrigem Stück 25 dänische Kronen fällig – umgerechnet rund 3,30 Euro. Über diese Maßnahme berichtete der dänische Sender TV 2 Kosmopol.
Wegwerfmentalität am Buffet stoppen
Inhaber Mikail Øzcan begründet den Schritt mit dem ausufernden Verhalten einzelner Gäste bei dem Pauschalangebot. Regelmäßig seien große Mengen einwandfreier Lebensmittel unberührt im Müll gelandet.
Laut Øzcan diene der Aufpreis nicht dem Profit, sondern der Erziehung zur Mäßigung. Die Maßnahme zeige bereits deutliche Wirkung: Die Menge an weggeworfenem Fleisch sei seit Einführung der Regel drastisch gesunken.
Trotz gelegentlicher Kritik in sozialen Netzwerken hält der Gastronom an dem Konzept fest. Bei 15 verschiedenen Fleischsorten sei die Versuchung groß, doch das Prinzip laute: essen, so viel man kann – nicht wegwerfen, so viel man kann.
Strafgebühren etablieren sich auch in Deutschland
Der Trend zu Strafzahlungen bei Buffet-Resten ist kein rein dänisches Phänomen. Auch in Deutschland setzen immer mehr Betriebe auf finanzielle Sanktionen gegen Lebensmittelverschwendung.

In einem China-Restaurant im schleswig-holsteinischen Henstedt-Ulzburg existiert beispielsweise seit vier Jahren eine Gebühr von 20 Euro für übermäßig gefüllte Resteteller, wie der NDR berichtete. Gäste erhalten vor der Abrechnung in der Regel eine Verwarnung.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beobachtet dieses Vorgehen vermehrt. Vor allem in asiatischen Buffet-Restaurants greifen Betreiber zu solchen Maßnahmen, um den steigenden Wareneinsatz und unnötigen Müll einzudämmen.
58 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel entstehen in privaten Haushalten.
Enorme Mengen landen im Müll
Die Dimension des Problems verdeutlichen offizielle Erhebungen. Nach Daten des Umweltbundesamtes fielen 2023 in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelkette rund 10,9 Millionen Tonnen Abfälle an.
Rund 1,7 Millionen Tonnen – also 16 Prozent der Gesamtmenge – entfallen dabei auf Restaurants, Catering und die Gemeinschaftsverpflegung. Den größten Anteil tragen mit 58 Prozent weiterhin die privaten Haushalte.

