3,5 Prozent Wachstum: Wie Russlands Kriegswirtschaft Nordkoreas Kassen füllt
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Nordkoreas Wirtschaft profitiert von Rüstungslieferungen an Russland und dem Handel mit China.
Nordkorea verzeichnet ein anhaltendes Wirtschaftswachstum. Nach Schätzungen der südkoreanischen Zentralbank wuchs das Bruttoinlandsprodukt des abgeschotteten Landes im Jahr 2025 um 3,5 Prozent – das dritte Wachstumsjahr in Folge.
Besonders die Schwer- und Chemieindustrie legte mit einem Plus von 7,8 Prozent kräftig zu. Das verarbeitende Gewerbe wuchs um 6,6 Prozent, während der Bausektor ein Plus von 6,3 Prozent verzeichnete.
Waffen gegen Treibstoff: Der Pakt mit Moskau
Der wirtschaftliche Aufschwung steht in direktem Zusammenhang mit der Kriegswirtschaft in Moskau. Laut Berichten der „New York Times“ liefert Nordkorea Artilleriemunition sowie Raketen an Russland und entsendet Soldaten an die Front gegen die Ukraine.
Im Gegenzug erhält Pjöngjang dringend benötigtes Erdöl, Nahrungsmittel und Zugang zu militärischer Technologie. Eine Analyse des Korea Development Institute bestätigt, dass dieser Austausch vor allem die nordkoreanische Rüstungs- und Schwerindustrie beflügelt.
Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Wachstums
Experten warnen vor einer trügerischen Entwicklung. Nordkorea-Analyst Peter Ward vom Sejong Institute spricht von einem „Russian sugar high“ – einem künstlichen Hoch, das komplett von Russlands Rüstungsnachfrage abhängt.
Im Stadtbild der Hauptstadt Pjöngjang machen sich die Einnahmen dennoch bemerkbar. Medienberichten zufolge entstanden neue Wohnviertel, während chinesische Elektroautos und zusätzliche digitale Dienste den Alltag der städtischen Elite prägen.
Pjöngjang
Das Regionalprogramm „20×10“ und strukturelle Mängel
Um das Gefälle zwischen der Hauptstadt und dem Umland zu verringern, startete Machthaber Kim Jong Un das Regionalprogramm „20×10“. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen jährlich in 20 Städten und Landkreisen neue Fabriken und Infrastrukturprojekte entstehen.

Die Denkfabrik „38North“ weist jedoch auf massive Hürden bei der Umsetzung hin. Den Provinzen fehlt es weiterhin an Energie, Grundrohstoffen und moderner technischer Ausrüstung.
Der Ostasien-Experte Andrei Lankov von der Kookmin University betont, dass der gegenwärtige Boom auf den außenpolitischen Geschäften mit Russland beruht und nicht auf tatsächlichen Wirtschaftsreformen im Inneren.
China bleibt die zentrale Handelsachse
Trotz der engen Militärallianz mit Moskau bleibt Peking der wichtigste Handelspartner Pjöngjangs. Das gesamte Außenhandelsvolumen Nordkoreas belief sich 2025 auf 3,13 Milliarden US-Dollar, wobei die Exporte 470 Millionen Dollar und die Importe 2,66 Milliarden Dollar ausmachten.
Xi Jinping und Kim Jong Un
Mit der Wiederaufnahme regelmäßiger Bahnverbindungen und zusätzlichen Flügen festigt China seine Rolle als primärer Versorger. Kim Jong Un nutzt die Rivalitäten in der Region, um durch die Kombination aus chinesischen Waren und russischen Devisen seine Machtbasis zu sichern.
Die zusätzlichen Mittel erreichen die normale Bevölkerung kaum. Der Zuwachs konzentriert sich auf den militärisch-industriellen Komplex und staatlich privilegierte Schichten.


