350.000 Spieler in Deutschland: Warum der Padel-Boom die Sportwelt erobert
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Padel kombiniert Elemente aus Tennis und Squash auf einem 20 mal 10 Meter großen Glas-Court.
Gläserne Wände, kurze Schläger und rasante Ballwechsel: Padel hat sich in kürzester Zeit von einer Randsportart zu einem der am schnellsten wachsenden Freizeittrends in Europa entwickelt.
Die Sportart vereint Dynamik mit einer extrem flachen Lernkurve. Selbst ohne Vorerfahrung im Schlägersport gelingen Einsteigern oft schon nach wenigen Minuten flüssige Ballwechsel.
Wie Padel funktioniert: Tennis trifft Squash
Padel wird standardmäßig im Doppel gespielt, also zwei gegen zwei. Das Spielfeld misst 20 mal zehn Meter, ist durch ein Netz getrennt und vollständig von Glas- sowie Gitterwänden umgeben.
Der entscheidende Unterschied zum klassischen Tennis: Die Wände sind aktiv ins Spiel eingebunden. Prallt der Ball nach dem ersten Bodenkontakt an das Glas, darf er weitergespielt werden.
Gespielt wird mit einem speziellen Padelschläger ohne Bespannung, der aus einem festen, gelochten Material besteht. Die Zählweise entspricht dem Tennis (15, 30, 40), der Aufschlag erfolgt jedoch von unten.
Von Acapulco nach Europa: Der Ursprung des Trends
Erfunden wurde das Spiel Ende der 1960er-Jahre vom mexikanischen Geschäftsmann Enrique Corcuera in Acapulco. Er passte ein Tennisfeld den begrenzten Platzverhältnissen seines Grundstücks an und zog Mauern darum.
Über Argentinien gelangte die Sportart schließlich nach Spanien, wo sie sich zum Massensport entwickelte. Von der iberischen Halbinsel aus schwappt die Welle nun flächendeckend nach Mitteleuropa.
Der Boom in Zahlen: 350.000 Aktive in Deutschland
Der Deutsche Padel Verband schätzt die Zahl der aktiven Spielerinnen und Spieler in Deutschland mittlerweile auf rund 350.000.

Auch die Infrastruktur zieht rasant an. Bis Ende 2026 rechnet der Verband mit etwa 2.700 Courts auf deutschen Anlagen.
Kosten und Ausrüstung für den Einstieg
Für die ersten Runden ist keine teure Ausrüstung erforderlich. Hallen und Außenanlagen vermieten Schläger und Bälle meist direkt vor Ort für wenige Euro.
Die Platzmiete liegt in der Regel zwischen 25 und 35 Euro pro Stunde. Da immer zu viert gespielt wird, belaufen sich die Kosten für Einzelne auf rund sechs bis neun Euro pro Spielstunde.
Belastung für den Körper: Intensität und Verletzungsrisiken
Padel fordert das Herz-Kreislauf-System durch ständige Intervallbelastungen. Kurze Sprints, Richtungswechsel und Überkopfbälle trainieren Rumpf, Beine und Reaktionsvermögen.
Die abrupten Stoppbewegungen bergen jedoch auch Risiken für Sehnen und Gelenke. Häufige Überlastungserscheinungen betreffen Ellenbogen, Knie, Schultern und den unteren Rücken.
Ein gründliches Aufwärmen sowie stabiles Schuhwerk mit ausreichend Grip sind daher Pflicht, um Verletzungen auf dem Kunstrasenbelag zu vermeiden.
