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4.500 Franken Gehalt: Warum diese Schweizer Supermarkt-Angestellte kaum über die Runden kommt

Vollgefüllte Regale in einem modernen Supermarkt. Aktuelle News

Der Arbeitsalltag im Einzelhandel ist geprägt von körperlicher Belastung und straffen Zeitplänen.

Die Arbeit im Einzelhandel gilt als körperlich fordernd und stressig. Eine Mitarbeiterin der Schweizer Supermarktkette Coop hat nun einen seltenen Einblick in ihre finanzielle Realität gewährt. Trotz einer Vollzeitanstellung empfindet sie ihren Lohn als ungerecht.

Die Frau verdient monatlich 4.500 Schweizer Franken. Dank eines 13. Monatsgehalts beläuft sich ihr Bruttojahresgehalt auf 58.500 Franken. Doch trotz dieser Summe, die oberflächlich betrachtet solide wirkt, bleibt am Monatsende kaum Spielraum für Ersparnisse.

Regale Supermarkt
Regale in einem Supermarkt.

Lebenshaltungskosten als Gehaltsfresser

Die hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz neutralisieren den Bruttoverdienst weitgehend. Die monatliche Miete schlägt mit 1.400 Franken zu Buche, die Krankenkasse kostet weitere 550 Franken. Zusammen mit Lebensmittelausgaben von bis zu 500 Franken und weiteren Gesundheitskosten schmilzt das Netto-Einkommen rapide dahin.

Zusätzliche Rücklagen sind laut der Angestellten kaum möglich. Lediglich 1.000 bis 2.000 Franken fließen jährlich in die private Altersvorsorge. Immerhin bietet der Arbeitsvertrag bei Coop eine betriebliche Altersvorsorge sowie Treueprämien.

Ein anstrengender Alltag

Ihr Arbeitstag ist eng getaktet: Beginn um sieben Uhr morgens mit dem Auffüllen von Obst und Gemüse. Es folgen Warenannahme, das Bestücken der Regale, Kassendienste und die Betreuung der PET-Sammelstelle. Oft endet der Tag erst gegen 18:45 Uhr. Vor allem in der Hochsaison bleibt kaum Zeit für ein Privatleben.

4.500 Franken Gehalt: Warum diese Schweizer Supermarkt-Angestellte kaum über die Runden kommt

Die Mitarbeiterin bewertet den Lohn angesichts der körperlichen Belastung und der wachsenden Kundenansprüche als nicht fair. Ihre Kritik: Während die Unternehmensumsätze stetig wachsen, halten die Gehaltserhöhungen mit dieser Entwicklung nicht Schritt.

Der Blick auf die Statistik

Die Einschätzung der Frau deckt sich mit offiziellen Zahlen. Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik lag der Medianlohn im Jahr 2024 bei rund 7.020 Franken brutto im Monat. Im Einzelhandel betrug dieser Medianwert 5.210 Franken. Die Coop-Mitarbeiterin liegt somit selbst mit ihrem 13. Monatsgehalt unter dem branchenweiten Durchschnitt.

Auch ein Vergleich mit Deutschland zeigt die Diskrepanz: Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen ausgebildete Verkäufer in Vollzeit dort im Median etwa 2.976 Euro brutto pro Monat – ein Wert, der ebenfalls deutlich unter dem bundesweiten Durchschnittseinkommen aller Vollzeitbeschäftigten liegt.