4 Millionen Autos betroffen: China greift wegen versenkter Türgriffe bei Tesla und Xiaomi durch
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Der Xiaomi SU7 geriet nach mehreren Unfällen wegen seiner Türgriffe in die Kritik.
China verschärft die Sicherheitsvorgaben für Pkw drastisch. Nachdem die Regierung bereits ein Verbot rein elektrisch versenkbarer Türgriffe ab dem 1. Januar 2027 beschlossen hat, folgt nun ein massiver Rückruf für rund vier Millionen bereits zugelassene Autos.
Hintergrund der Maßnahmen sind schwere Unfälle, bei denen Fahrzeuginsassen nach Bränden oder Stromausfällen im Wagen eingeschlossen blieben. Rettungskräfte konnten Türen von außen oft nicht öffnen, weil die bündig versenkten Griffe ohne Stromversorgung in der Karosserie blockierten.
Xiaomi SU7
Ab 2027 müssen alle Neuwagen in China über mechanische Türgriffe verfügen, die sich auch bei einem vollständigen Ausfall der Bordelektronik zuverlässig öffnen lassen.
Tesla, Xiaomi und Co. im Visier der Aufsichtsbehörde
Die staatliche Marktregulierungsbehörde (SAMR) beanstandet bei den zurückgerufenen Modellen vor allem die unzureichende Kennzeichnung der inneren mechanischen Notentriegelungen. In Gefahrensituationen seien diese für Insassen kaum auffindbar, da Hebel und Innenverkleidung oft dieselbe Farbe aufweisen.
Allein bei Tesla betrifft der Rückruf knapp drei Millionen Fahrzeuge der Baureihen Model 3, Model Y, Model S und Model X. Der US-Hersteller kündigte an, Warnaufkleber an den Hebeln anzubringen und ein Over-the-Air-Update aufzuspielen, das die Scheiben bei einem Unfall automatisch absenken soll.
Neben Tesla sind zahlreiche heimische Hersteller betroffen, darunter BYD, Geely, BAIC, Leapmotor, Chery, FAW und Xpeng.
Sicherheitsbedenken beim Xiaomi SU7
Unter starkem Druck steht der Technologiekonzern Xiaomi mit seiner Elektrolimousine SU7. Nach mehreren schweren Unfällen gerieten sowohl das elektronische Öffnungssystem als auch die schwer auffindbare manuelle Notentriegelung in die Kritik.
Diskussion erreicht die USA und Europa
Die Sicherheitsdebatte weitet sich über China hinaus aus. Laut einem Bericht von Bloomberg stehen in den USA mindestens 15 Todesfälle im Verdacht, mit versagenden elektronischen Türgriffen von Tesla zusammenzuhängen.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft derzeit, ob verbindliche Vorgaben für mechanische Notöffnungen eingeführt werden müssen. Bislang gibt es weder in den USA noch in Europa vergleichbare gesetzliche Standards für elektronische Fahrzeuggriffe.

