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40-Stunden-Woche ohne mehr Gehalt: Stihl-Chef warnt vor Verlust von 15.000 Industriejobs pro Monat

40-Stunden-Woche ohne mehr Gehalt: Stihl-Chef warnt vor Verlust von 15.000 Industriejobs pro Monat Aktuelle News

40-Stunden-Woche ohne mehr Gehalt: Stihl-Chef warnt vor Verlust von 15.000 Industriejobs pro Monat

Deutschlands Industrie gerät international zunehmend unter Druck. Nikolas Stihl, Aufsichtsratsvorsitzender des gleichnamigen Motorsägenherstellers, fordert deshalb eine radikale Wende in der Arbeitsmarktpolitik: Beschäftigte sollen wieder länger arbeiten – ohne dafür mehr Gehalt zu erhalten.

Die wirtschaftliche Lage sei alarmierend. In den vergangenen acht Jahren hat die deutsche Industrie laut Stihl rund 15 Prozent ihrer Produktionsleistung eingebüßt. Zudem gehen monatlich etwa 15.000 industrielle Arbeitsplätze verloren.

Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich

In einem Gastbeitrag für das Portal „Euronews“ plädiert Stihl für die bundesweite Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne finanziellen Ausgleich. Deutschland habe seinen früheren Produktivitätsvorsprung gegenüber internationalen Wettbewerbern eingebüßt.

„Um unseren Wohlstand zu erhalten und Sozialleistungen auf hohem Niveau zu sichern, muss das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen steigen“, argumentiert der Unternehmer. Es gehe dabei nicht um mangelnden Fleiß der Beschäftigten, sondern um das Ausgleichen des demografischen Wandels.

Auch Effizienzgewinne durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz reichen nach seiner Einschätzung nicht aus, um den Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge vollständig aufzufangen.

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Teilnehmer schneidet mit einer Kettensäge eine Figur aus einem Baumstamm bei der Deutschen Meisterschaft im Timbersports.

Forderungen an Politik und Arbeitsmarkt

Neben der Wochenarbeitszeit sieht Stihl weitere Stellschrauben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stabilisieren. Hohe Energiepreise, Steuern und bürokratische Vorgaben belasten die Betriebe zusätzlich zu den geopolitischen Spannungen und US-Zöllen.

Einschnitte und Entlastungen für Unternehmen

Das Forderungspaket des Unternehmers umfasst mehrere konkrete Punkte:

  • Eine Anhebung der Lebensarbeitszeit
  • Gezielte Zuwanderung von Fachkräften
  • Stärkere finanzielle Anreize für Mehrarbeit sowie die Aktivierung von Erwerbslosen und Teilzeitkräften
  • Die Überprüfung der telefonischen Krankschreibung
  • Eine Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent des Bruttolohns

Darüber hinaus verlangt Stihl schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Berichtspflichten und gezielte Erleichterungen für Zukunftstechnologien wie Robotik, Biotechnologie, Medizintechnik und Quantencomputing.

Längere Arbeitszeiten ohne Ausgleich bedeuten für Beschäftigte rechnerisch einen geringeren Stundenlohn. Ob die Maßnahmen tatsächlich neue Investitionen am Standort Deutschland auslösen, hängt maßgeblich von den weiteren Rahmenbedingungen wie Energiekosten und weltweiter Nachfrage ab.